Con­trol­ling

Unver­zicht­ba­res Manage­ment-Tool für Groß- und Ein­zel­händ­ler

Axel Deil­mann
Unter­neh­mens­be­ra­ter

Obwohl sich Con­­trol­­ling-Sys­­teme in zahl­rei­chen Bran­chen bereits als unver­zicht­ba­res Steue­rungs­in­stru­ment eta­bliert haben, schre­cken viele Groß- und Ein­zel­händ­ler vor der Ein­füh­rung eines sol­chen Tools zurück. Dabei steht dem immensen Mehr­wert des Con­trol­lings ein sehr gerin­ger zeit­li­cher und finan­zi­el­ler Auf­wand gegen­über.

Im Durch­schnitt muss sich ein Unter­neh­mer ledig­lich einen hal­ben Tag im Monat mit der Aus­wer­tung der Daten beschäf­ti­gen. Im Gegen­zug erhält er eine trans­pa­rente Auf­be­rei­tung wich­ti­ger Kenn­zah­len, die Chan­cen und Risi­ken der betrieb­li­chen Ent­wick­lung auf­zei­gen. Doch warum ist ein kon­ti­nu­ier­li­ches Con­trol­ling gerade für Groß- und Ein­zel­händ­ler wich­tig?

Vor eini­gen Jah­ren wurde ich vom Inha­ber eines mit­tel­stän­di­schen Groß­han­dels­un­ter­neh­mens um Unter­stüt­zung gebe­ten: Trotz lang­jäh­ri­ger Erfah­rung, unter­neh­me­ri­schem Geschick und lei­den­schaft­li­chem Enga­ge­ment war sein Lebens­werk in wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten gera­ten. Die Gründe für die Misere lie­ßen sich schnell aus­ma­chen: Der Groß­händ­ler ver­zich­tete damals auf ein Con­­trol­­ling-Sys­­tem und hatte kei­nen Über­blick mehr über die anfal­len­den Kos­ten und die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Finanz­mit­tel; eine kon­se­quente, über­sicht­li­che Finanz­pla­nung war kaum mög­lich.

Über­blick über Kos­ten­ar­ten

Der Unter­neh­mer über­ließ die Zah­len­aus­wer­tung sei­nem Steu­er­be­ra­ter und kannte durch die monat­li­che betriebs­wirt­schaft­li­che Aus­wer­tung ledig­lich die Gewinn- und die Ver­lust­si­tua­tion. Die Liqui­di­tät wurde anhand der Kon­to­stände bestimmt.

Pla­nun­gen gab es nicht – weder für das Unter­neh­men als Gan­zes noch für Geschäfts­be­rei­che, Pro­dukte und Dienst­leis­tun­gen. Beson­ders schwer­wie­gend war, dass der Fir­men­chef nicht wusste, mit wel­chen Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen er Geld ver­dient bezie­hungs­weise ver­nich­tet hat. Somit gab es keine klare Über­sicht über Kos­ten­ar­ten und keine Tren­nung von fixen und varia­blen Kos­ten.

Con­trol­ling als wich­ti­ges Steue­rungs­ele­ment

Das Unter­neh­men brauchte drin­gend fri­sches Kapi­tal. Andern­falls wäre eine Insol­venz wohl kaum abzu­wen­den gewe­sen. Da es uns gemein­sam gelun­gen ist, ein trag­fä­hi­ges Restruk­tu­rie­rungs­kon­zept zu erar­bei­ten, das unter ande­rem die Instal­la­tion eines Con­­trol­­ling-Sys­­tems vor­sah, konn­ten wir die Ban­ken jedoch dazu bewe­gen, Kre­dite aus­zu­rei­chen. Die zustän­di­gen Bank­be­ra­ter bekom­men seit­her ein­mal im Monat einen pro­fes­sio­nel­len Con­­trol­­ling-Report.

Auf­grund der rol­lie­ren­den Finanz­pla­nung konnte das Unter­neh­men schließ­lich in die Gewinn­zone zurück­zu­keh­ren und posi­tive Liqui­di­tät errei­chen. So hat am Ende auch der Fir­men­chef erkannt, dass Con­trol­ling ein Steue­rungs­in­stru­ment und kein läs­ti­ger „Ver­wal­tungs­kram“ ist.

Per­so­nal­kos­ten und Waren­be­stände im Blick

Die­ses Bei­spiel zeigt deut­lich, wie wich­tig ein pro­fes­sio­nel­les Con­trol­ling ist. Ins­be­son­dere Groß- und Ein­zel­händ­ler soll­ten nicht dar­auf ver­zich­ten – und zwar aus meh­re­ren Grün­den: In die­sen Bran­chen sind die Per­so­nal­aus­ga­ben ein wich­ti­ger Kos­ten­fak­tor. Da sie sich durch ver­schie­dene Arbeits­zeit­mo­delle sehr fle­xi­bel gestal­ten las­sen, ist es ohne Con­trol­ling schwer, den Über­blick zu behal­ten.

Zudem ver­fü­gen Groß- und Ein­zel­han­del oft­mals über hohe Waren­be­stände, die dar­über hin­aus sai­so­nal stark schwan­ken kön­nen. Mit­hilfe eines Con­trol­lings haben Unter­neh­mer zu jeder Zeit einen Über­blick über die Höhe die­ser Bestände und über deren Werte. So las­sen sich die Kapi­tal­bin­dungs­kos­ten des Lagers ein­deu­tig erken­nen. Dar­über hin­aus gelingt eine opti­male Waren­steue­rung, die dafür sorgt, dass rabat­tierte Abver­käufe mög­lichst gering blei­ben.

Con­trol­ling auch in klei­nen Betrie­ben sinn­voll

Letzt­lich zeigt Con­trol­ling die wirt­schaft­li­che Trag­fä­hig­keit sämt­li­cher Ver­triebs­ka­näle auf. So kann unter ande­rem auch die Wirt­schaft­lich­keit von Omni-Chan­­nel-Betrie­­ben, die den sta­tio­nä­ren Han­del mit einem Online-Shop ver­bin­den, sehr genau kon­trol­liert und bewer­tet wer­den.

Vor allem die umfas­sende Trans­pa­renz über Zah­len und Sicher­hei­ten sowie die Kon­trolle über Wirt­schaft­lich­keit und Liqui­di­tät eines Unter­neh­mens haben sich in einem sich auf­grund des Inter­net­han­dels wan­deln­den Mark­tes als unschlag­bare Vor­teile für Unter­neh­men jeder Grö­ßen­ord­nung erwie­sen. Des­halb ist die Ein­füh­rung eines Con­­trol­­ling-Sys­­tems nicht nur in gro­ßen Fir­men, son­dern auch in klei­nen Betrie­ben mit weni­ger als zehn Mit­ar­bei­tern sinn­voll.

Unternehmensberatung aus Essen: Axel Deilmann

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