För­der­mit­tel bean­tra­gen:

Wie Sie an För­der­gel­der für Unter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen kom­men

Axel Deil­mann
Unter­neh­mens­be­ra­ter

Von der Fir­men­grün­dung über die Anschaf­fung neuer Pro­duk­ti­ons­mit­tel bis hin zur Durch­füh­rung von For­schungs­vor­ha­ben: Wer lang­fris­tig wett­be­werbs­fä­hig sein will, muss in ver­schie­de­nen Pha­sen der Unter­neh­mens­ent­wick­lung Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft zei­gen.

In klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Betrie­ben schei­tert die Umset­zung der­ar­ti­ger Maß­nah­men jedoch allzu oft an feh­len­den finan­zi­el­len Mit­teln. Was viele Unter­neh­mer nicht wis­sen: Euro­päi­sche Union, Bund und Län­der grei­fen auch KMUs bei Wachs­­tums- und Fes­ti­gungs­in­ves­ti­tio­nen mit För­der­gel­dern unter die Arme. Aber wie las­sen sich die benö­tig­ten För­der­mit­tel bean­tra­gen?

Am Anfang die­ses Pro­zes­ses steht die Her­aus­for­de­rung, aus einer Viel­zahl von För­der­an­ge­bo­ten, die rich­tige Vari­ante für sein Vor­ha­ben aus­zu­wäh­len. Immer­hin haben die EU und ihre Mit­glied­staa­ten rund 3.200 För­der­pro­gramme auf­ge­legt, die sich ste­tig ver­än­dern. Da das Ange­bot unüber­sicht­lich und das Bean­tra­gungs­pro­ze­dere sehr kom­plex ist, emp­fiehlt es sich, externe Unter­stüt­zung hin­zu­zu­zie­hen.

Schritt 1: Akkre­di­tierte För­der­mit­tel­be­ra­ter fin­den

Bei der Suche nach einem geeig­ne­ten För­der­mit­tel­be­ra­ter kön­nen unter ande­rem das IBWF Insti­tut für Betriebs­be­ra­tung, Wirt­schafts­för­de­rung und ‑for­schung e. V. oder der Bun­des­ver­band Deut­scher Unter­neh­mens­be­ra­ter BDU e.V. wei­ter­hel­fen. Beden­ken sollte man aber, dass nicht jeder Bera­ter auf sämt­li­che För­der­the­men spe­zia­li­siert ist. Einige Exper­ten legen Bera­tungs­schwer­punkte auf Berei­che wie Per­so­nal, For­schung und Ent­wick­lung oder Digi­ta­li­sie­rung.

Wich­tig ist, die Spreu vom Wei­zen zu tren­nen: Ent­schei­den Sie sich für einen akkre­di­tier­ten Bera­ter, der eine Aus­bil­dung zum För­der­mit­tel­be­ra­ter absol­viert hat, sich frei­wil­lig jähr­lich wei­ter­bil­det und ent­spre­chende prak­ti­sche Erfah­run­gen sowie Refe­ren­zen vor­wei­sen kann.

Schritt 2:Fördermittelcheck und daten­bank­ge­stützte För­der­mit­tel­ana­lyse

Um das rich­tige För­der­pro­gramm für sein Vor­ha­ben zu fin­den, ist es zunächst uner­läss­lich, einen För­der­mit­tel­check durch­zu­füh­ren. Dabei han­delt es sich um eine erste grobe Ein­schät­zung der För­der­fä­hig­keit des Unter­neh­mens und des jewei­li­gen Inves­ti­ti­ons­vor­ha­bens. Anschlie­ßend ist eine pro­fes­sio­nelle daten­bank­ge­stützte För­der­mit­tel­ana­lyse not­wen­dig, für die eine spe­zi­elle För­der­mit­tel­da­ten­bank benö­tigt wird. Gute Bera­ter ver­fü­gen über der­ar­tige Instru­mente.

Ersatz­weise kann man sich auch mit­hilfe der kos­ten­freien Daten­bank des Bun­des unter www​.foer​der​da​ten​bank​.de einen ers­ten Ein­druck ver­schaf­fen.

Schritt 3:Projektskizzen und Kon­zep­tio­nen erstel­len

Wenn die daten­bank­ge­stützte Ana­lyse aus­ge­wer­tet und die rich­tige Aus­wahl der För­der­pro­gramme getrof­fen wurde, erstellt man Pro­jekt­skiz­zen und Kon­zep­tio­nen – manch­mal auch kom­plette Busi­ness­pläne. Diese wer­den anschlie­ßend mit den För­der­ge­bern bespro­chen und gege­be­nen­falls ver­voll­stän­digt.

Schritt 4: Anträge stel­len

Nun stel­len Sie die Anträge. Die Unter­la­gen, die offen­ge­legt und bei der Antrag­stel­lung bekannt gemacht wer­den müs­sen, vari­ie­ren je nach För­der­pro­gramm. Grund­sätz­lich will der För­der­ge­ber wis­sen, ob das zu för­dernde Unter­neh­men über­haupt för­der­fä­hig ist.

Die Bemes­sung erfolgt unter ande­rem anhand fol­gen­der betriebs­wirt­schaft­li­cher Kenn­zif­fern:

  • Gesamt­um­satz in Euro
  • Wie viel % davon im Umkreis klei­ner als 50 km
  • Wie viel % davon inner­halb der EU
  • Wie viel % davon außer­halb der EU
  • Abset­zung für Abnut­zung (AfA)
  • Cash­flow
  • Zins­er­geb­nis
  • Gewinn vor Steu­ern
  • Ver­bind­lich­kei­ten
  • Bilan­zi­el­les Eigen­ka­pi­tal
  • Rück­stel­lun­gen
  • Vor­räte
  • Til­gungs­leis­tung
  • Anzahl der Mit­ar­bei­ter
  • Bilanz­vo­lu­men

Wei­sen diese Werte dar­auf hin, dass das Unter­neh­men in wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten oder gar insol­vent ist, gibt es keine För­de­rung. Sind die Zah­len halb­wegs gut, ist die För­der­bar­keit des Unter­neh­mens gege­ben. In einem zwei­ten Schritt prüft der För­der­ge­ber kon­kret das Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben und bewer­tet die­ses.

Kri­te­rien für För­der­fä­hig­keit

Ganz wich­tig ist, dass die Inves­ti­tio­nen in der Zukunft lie­gen und die Unter­neh­men noch keine Rechts­ge­schäfte jed­we­der Art ein­ge­gan­gen sind. Dazu zäh­len alle Ver­träge mit Lie­fe­ran­ten und Dienst­leis­tern. Aber auch der Anfang einer Ent­wick­lung wird als Vor­ha­bens­be­ginn gewer­tet und ist damit vor­ha­ben­schäd­lich; eine För­de­rung wäre in die­sem Fall nicht mehr mög­lich. Unter­neh­mer soll­ten außer­dem beden­ken, dass sich ein und das­selbe Vor­ha­ben nur ein­mal för­dern lässt.

Dar­über hin­aus müs­sen alle Anga­ben zum Unter­neh­men und zur geplan­ten Inves­ti­tion unbe­dingt wahr­heits­ge­mäß sein. Fal­sche Anga­ben stel­len einen Sub­ven­ti­ons­be­trug dar und wer­den straf­recht­lich geahn­det.

Unternehmensberatung aus Essen: Axel Deilmann

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