KMU innovativ – Einstiegsmodul

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dieser auf drei Stichtage begrenzten Pilotmaßnahme „KMU-innovativ: Einstiegsmodul“ Vorprojekte und Durchführbarkeitsstudien, deren Ergebnisse Grundlage für anspruchsvolle F&E-Projekte von KMU im Rahmen der Förderinitiative KMU-innovativ sind. Das Angebot richtet sich auf die frühe Phase im Innovationsprozeß, in der neue Ideen und Forschungsergebnisse auf ihre Relevanz für die Produkt-, Prozeß- und Dienstleistungsentwicklung in den Unternehmen bewertet und die Konzeption und Planung für spätere F&E-Arbeiten vorgenommen werden. Ziel ist es, KMU, die bisher noch wenig oder keine Erfahrung mit der Forschungsförderung des BMBF haben, den Zugang zu den Technologiefeldern der Förderinitiative KMU-innovativ zu erleichtern und sie bei der Erarbeitung von wettbewerbsfähigen Projektvorschlägen zu unterstützen.

Die Förderinitiative KMU-innovativ ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts „Vorfahrt für den Mittelstand – Das Zehn-Punkte-Programm des BMBF für mehr Innovation in KMU“. Mit diesem in die neue „Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland“ der Bundesregierung eingebetteten Programm unterstützt das BMBF neue Ideen, neue Anwendungsmöglichkeiten sowie neue Geschäftsmodelle und setzt sich für eine weite Verbreitung und Nutzung von Forschungsergebnissen und Modelllösungen unter den KMU ein.

  1. Förderziel und Zuwendungszweck

Das BMBF unterstützt mit der Fördermaßnahme „KMU-innovativ – Einstiegsmodul“ Projekte im Vorfeld von industriellen Forschungs- und experimentellen Entwicklungsvorhaben zur Stärkung der Innovationsfähigkeit von KMU. Um neue Ideen und Forschungsansätze zu echten Innovationen in Form marktfähiger Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickeln zu können, müssen KMU diese zunächst bewerten, Lösungsansätze auf ihre Machbarkeit hin überprüfen und die F&E-Bedarfe sowie notwendige F&E-Kompetenzen identifizieren. Hierauf können dann erfolgversprechende industrielle Forschungs- und experimentelle Entwicklungsvorhaben aufbauen.

Zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit von KMU sollen im Einzelnen folgende Ziele erreicht werden:

  • Stärkung des Ideen-Scoutings und des Ideenmanagements in der frühen Innovationsphase in KMU
  • Verbesserung der Umsetzung von Ideen in F&E-Projekte
  • Erschließen der richtigen Partner und ihre sinnvolle Einbindung in die Projekte
  • Abbau von Hürden und Stärkung der Motivation für anspruchsvolle, risikoreiche F&E-Vorhaben, insbesondere bei weniger förder- und forschungserfahrenen KMU
  • Verbesserung des Zugangs von KMU zur Förderinitiative KMU-innovativ

Die Ergebnisse müssen durch das antragstellende KMU genutzt werden können, um ein konkretes F&E-Projekt in KMU-innovativ aufzustellen und im Wesentlichen selbst durchführen zu können. Die Ergebnisse des geförderten Vorhabens dürfen nur in der Bundesrepublik Deutschland oder dem EWR und der Schweiz genutzt werden.

  1. Gegenstand der Förderung

Der Gegenstand der Förderung sind Einzelvorhaben um:

  • neue Produkt-, Verfahrens- und Dienstleistungsideen auszuarbeiten und zu bewerten, die zukünftige eigene Forschung erfordern
  • die Durchführbarkeit und Umsetzbarkeit von neuen Produkt-, Verfahrens- und Dienstleistungsideen zu untersuchen
  • den Stand von Wissenschaft, Forschung und Technik sowie die Schutzrechtssituation im angestrebten Themenfeld zu analysieren
  • Kooperationspartner zu ermitteln und zu gewinnen
  • notwendige F&E-Arbeiten für die angestrebten innovativen Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen (Lösungsideen) und der erforderlichen wissenschaftlich-technischen Expertise zu identifizieren.
  1. Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind KMUs, die zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben. Bewilligte Vorhaben sind in Deutschland durchzuführen; die Ergebnisse des geförderten Vorhabens dürfen nur in Deutschland oder dem EWR und der Schweiz genutzt werden.

  1. Besondere Zuwendungsvoraussetzungen

Mit der Förderung soll die Erfolgswahrscheinlichkeit von F&E-Vorhaben erhöht werden. Projekte, die nicht der Vor­bereitung eines F&E-Projekts in KMU-innovativ dienen oder dem Antragsteller eine unmittelbare wirtschaftliche Verwertung ermöglichen würden, werden nicht gefördert.

Voraussetzung für die Förderung im Einstiegsmodul ist ein zu erwartender wissenschaftlich-technischer Fortschritt in einem nachfolgenden F&E-Projekt, orientiert am internationalen Stand der Technik des Technologiefelds und eine hohe Realisierungs- und Erfolgschance im Sinne der Ziele der jeweiligen Bekanntmachungen in der Förderinitiative KMU-innovativ des BMBF. Dabei müssen sich die geplanten Arbeiten deutlich abgrenzen von den geplanten Arbeiten des nachfolgenden F&E-Projekts.

Diese Fördermaßnahme für Vorprojekte und Durchführbarkeitsstudien zielt auf die Beteiligung von KMU, die noch keine oder wenig Erfahrung mit F&E-Förderung haben. Antragsteller dürfen zum Zeitpunkt der Einreichung des Antrags in den letzten fünf Jahren keine Zuwendung im Rahmen von F&E-Fördermaßnahmen des BMBF erhalten haben. Als Bezugsdatum gilt das Enddatum (Laufzeitende) des letzten BMBF-geförderten Projekts des Unternehmens einschließlich verbundener oder Vorgängerunternehmen.

Die Vorprojekte und Durchführbarkeitsstudien müssen inhaltlich einem der Technologiefelder in der Förderinitiative KMU-innovativ und fachlich der jeweils aktuellen Bekanntmachung des Technologiefelds und der dort genannten Themenschwerpunkte zugeordnet werden können.

  1. Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Förderdauer soll sechs Monate nicht überschreiten. Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an KMU sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die als Sonderregelung in dieser Richtlinie individuell bis zu 100 % (De-minimis) mit max. 50.000 Euro (Höchstbetrag) über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten gefördert werden können.

Förderfähig sind projektbezogene Personalkosten mit einem Zuschlag für übrige Kosten (z. B. Verbrauchsmaterialien, Reisekosten, Gemeinkosten) in Höhe von 100 % der förderfähigen Personalkosten sowie Unteraufträge für Analysen und Beratung durch Dritte in Höhe von maximal 20.000 Euro, aber nicht mehr als die veranschlagten eigenen Personalkosten plus Zuschlag. Die Unterauftragnehmer sind nach wettbewerblichen Gesichtspunkten zu wirtschaftlichen ­Bedingungen auszuwählen.

Digital-Zuschuss

Das öffentliche Förderprogramm „Digital-Zuschuss“ der WIBank bietet KMUs sowie Handwerksbetrieben in Hessen die Möglichkeit an, Zuschüsse für die Anschaffung von IT-Hard- und Software zur Digitalisierung ihrer Produktion, ihrer Dienstleistungen bzw. ihrer Betriebsprozesse in Anspruch zu nehmen. Förderungswürdig sind außerdem die Implementierung einer IT-Sicherheitslösung sowie die damit verbundenen Services, wie Migration und Schulung.

Worauf ist zu achten, um die Förderungen zu erhalten?

Die Realisierung des oder der IT-Projekte darf nur von externen Dienstleistern durchgeführt werden. Interne Schulungsmaßnahmen können nicht als Kostenposition angesetzt werden bzw. sind nicht förderbar.

Beantragt werden können Zuschüsse bis zu 50% bis zu max. 10.000 Euro. Erst ab 4.000 Euro kann die Förderung für Sachausgaben in Anspruch genommen werden. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.

Handelt es sich um ein Unternehmen mit einem Betriebssitz in Thüringen und weiteren Betriebsstätten in Bayern und Hessen, kann auch ein Förderantrag gestellt werden. Denn eine Betriebsstätte in Hessen ist eine Voraussetzung, den Digital-Zuschuss zu beantragen.

Was wird in der Praxis gefördert?

Um zu prüfen, ob das Förderprogramm für Unternehmen für die Umsetzung der Digitalisierung genutzt werden kann, ist das jeweilige Ziel bzw. die Strategie, die hinter einem Solchen öffentlichen Förderprogramm steht, ausschlaggebend. Mit den öffentlichen Zuschüssen sollen die Unternehmen motiviert werden, die Digitalisierung in ihrem Betrieb anzupacken und umzusetzen.

Investitionen, die für den einen Betrieb bereits Standard sind, bedeuten für ein anderes Unternehmen einen großen Schritt in die Digitalisierung und im Ergebnis eine Steigerung des Digitalisierungsgrades. Das Hessische Wirtschaftsministerium hat hier gute Arbeit geleistet und einige Praxisbeispiele mit dem veröffentlichten Merkblatt vom 05.04.2018 aufgezeigt.

  1. Praxisbeispiel, bei der eine Förderung zu erwarten ist

Ein Großhändler nimmt die Kommissionierung der Ware bisher mit einer manuellen Datenerfassung vor. Um künftig Erfassungsfehler zu vermeiden und die Prozesse effizienter zu gestalten, beabsichtigt er Etikettenscanner zu kaufen. Es wird auch erforderlich sein, ein neues Warenwirtschaftssystem zu implementieren. Die Aufgabe übernimmt ein externes IT-Unternehmens, welches neben der Installation die Mitarbeiter einweist und die Anwender schult.

In dem Praxisfall kann dem Großhändler unterstellt werden, dass durch die Umstellung auf effiziente Prozesse der Digitalisierungsgrad steigen wird. Somit kann ein Antrag auf den Digital-Zuschuss gestellt werden.

  1. Praxisbeispiel, bei der keine Förderung zu erwarten ist

Ein Unternehmen stellt neue Mitarbeiter ein, die in das vorhandene Netzwerk eingebunden werden sollen. Software und Server sind bereits vorhanden. Investiert wird in mehrere Drucker und PCs mit den üblichen Office Programmen. Mittels Updates sollen die vorhanden PCs auf den neuesten Stand gebracht werden.

Diese Kosten und Anschaffungen sind nicht förderbar, da es offensichtlich ist, dass eine Steigerung des Digitalisierungsgrades nicht vorliegt.

Ein Tipp für Online-Shops, Websites und Online-Marketing

Shop-Software, Software für Online-Marketing, Website-Gestaltung oder Suchmaschinenoptimierung sind förderfähig, wenn diese Teil eines digitalisierten Vertriebsprozesses bzw. eines individualisierten Online-Marketingkonzeptes sind.

Antrag auf Förderung des Digital-Zuschuss stellen

Die Anträge sind überschaubar und können ab sofort bei der WIBank gestellt werden. Wichtig ist es, bei der Ausarbeitung nachvollziehbar darzustellen, dass aufgrund des Vorhabens der Digitalisierungsgrad des Unternehmens gesteigert wird.

Empfehlung: Check des Digitalisierungsgrades

Geschäftsführer können den Digitalisierungsgrad ihres Unternehmens messen, indem das kostenfreie Tool DigiGrad genutzt wird. Das Tool liefert eine aussagekräftige Auswertung und erste Handlungsempfehlungen.

ZIM = Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand

Am 07.06.2018 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages den Einzelplan des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für das Haushaltsjahr 2018 beraten. Hierzu erklären der zuständige Berichterstatter im Haushaltsausschuss, Andreas Mattfeldt, und der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg folgendes:

Andreas Mattfeldt: „Wir haben das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), mit dem wir eine breite Palette von Innovationsvorhaben von kleinen und mittelständischen Unternehmen fördern, wieder auf rund 550 Millionen Euro angehoben. In Deutschland haben wir einen starken innovativen Mittelstand, den wir weiter fördern wollen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) machen 99,3 % der Unternehmen in Deutschland aus und beschäftigen über 60 % der Arbeitnehmer. Aus diesem Grund müssen wir die KMU tatkräftig unterstützen. Der forschende Mittelstand ist für unseren Wirtschaftsstandort und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit von herausragender Bedeutung. Mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand werden wir dieser Bedeutung gerecht. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass das ZIM weiter ausgebaut wird.“

Eckhardt Rehberg: „Die Anhebung der Mittel für das ZIM auf das Vorjahresniveau ist ein positives Signal für den Mittelstand in Deutschland. Insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung der ostdeutschen Länder leistet das ZIM einen wichtigen Beitrag, weil die ostdeutschen Länder mit einem Anteil von etwa 40 % überproportional an der Förderung partizipieren.“

1,28 Billionen Euro für EU-Förderperiode von 2021 bis 2027

Die EU-Kommission hat eine neue, moderne und fokussierte Haushaltsplanung für den Zeitraum von 2021 bis 2027 vorgelegt, die eng an den politischen Prioritäten ausgerichtet ist. Sie erfüllt die positive Agenda mit Leben, die Präsident Juncker am 14. September 2016 in seiner Rede zur Lage der Union vorgezeichnet hat und die von den Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten am 16. September 2016 in Bratislava und in der Erklärung von Rom vom 25. März 2017 vereinbart wurde.

In der vorgeschlagenen Haushaltsplanung werden neue Instrumente mit modernisierten Programmen kombiniert. Auf diese Weise können die Prioritäten der Europäischen Union effizient umgesetzt und neue Herausforderungen bewältigt werden. Der Entwurf für eine „Union, die schützt, stärkt und verteidigt“ sieht insgesamt ein Budget von 1,28 Billionen Euro vor.

Es ist der erste Vorschlag für eine EU der 27 und soll eine Antwort auf die entstehende Lücke durch das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs geben. Finanziert werden sollen Vorhaben und Projekte, die „Europäischen Mehrwert“ liefern, bei denen gemeinsames Handeln mehr Wert gegenüber alleinigem nationalem Handeln schafft.

Mit den Vorschlägen der Kommission wird der Haushalt gänzlich an der positiven Agenda der Europäischen Union für die Zeit nach 2020 ausgerichtet. Die Vorschläge basieren auf einer rigorosen Prüfung, welche Mittel für das Erreichen der Ziele der Europäischen Union erforderlich sind, wie effizient die Ausgaben in jedem einzelnen Bereich sind und welcher Mehrwert damit erzielt wird. Im Ergebnis schlägt die Kommission ein pragmatisches Konzept vor, bei dem neue und bestehende Prioritäten angemessen unterstützt werden, zugleich aber auch dem durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs bedingten Fehlbetrag bei den nationalen Beiträgen Rechnung getragen wird.

Im Vergleich zum bestehenden Haushalt der EU 28 Mitgliedsstaaten beträgt der neue Entwurf eine Steigerung von 30,55 %. Hiervon werden insbesondere auch KMUs aktiv profitieren.

Materialien für „Intelligente Textilien“ (smart textiles)

  1. Förderziel und Zuwendungszweck

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt auf der Grundlage der beiden Rahmenprogramme „Vom Material zur Innovation“ und „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ F&E-Projekte zu dem Themenschwerpunkt „Materialien für Intelligente Textilien (smart textiles)“ zu fördern.

Die im Rahmen des M-era.Net II veröffentlichte Ausschreibung ergänzt die nationalen und europäischen Fördermaßnahmen zur Materialforschung. Die Ausschreibung ermöglicht dabei die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit akademischen und industriellen Partnern der am M-era.Net II beteiligten Länder / Regionen in F&E-Projekten. Die aktuelle Ausschreibung zielt dabei auf F&E-Projekte, die nur durch eine internationale Zusammenarbeit zum Erfolg zu führen sind.

Die intensive Zusammenarbeit von Unternehmen und öffentlicher Forschung auf europäischer Ebene soll unter anderem zur Vorbereitung zukünftiger Projektanträge unter Horizont 2020 dienen. Außerdem soll der sichere und schnelle Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die industrielle Anwendung unterstützt werden. Dabei steht das Thema „Materialien für Intelligente Textilien (smart textiles)“ im Fokus der deutschen Beteiligung.

Diese Fördermaßnahme ist Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Sie zielt auf Innovation und Wachstum der Industrie. Dabei kommt der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im universitären und außeruniversitären Bereich, der Einbindung vor allem auch der Beiträge kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie der Verwertung der Projektergebnisse eine besondere Bedeutung zu. Die Ergebnisse des geförderten Vorhabens dürfen nur in der Bundesrepublik Deutschland oder dem EWR3 und der Schweiz genutzt werden.

  1. Gegenstand der Förderung

Gegenstand der Förderung sind F&E-Aufwendungen im Rahmen industriegeführter vorwettbewerblicher transnationaler Verbundprojekte, die einen der folgenden Themenschwerpunkte des M-era.Net II Calls adressieren:

a)Multiskalenmodellierung für die Werkstofftechnik und -verarbeitung

b)Innovative Oberflächen, Beschichtungen und Grenzschichten

c)Hochleistungs-Verbundwerkstoffe

d)Funktionelle Materialien

Verbundprojekte mit deutscher Beteiligung zu den genannten Themenfeldern sind ausschließlich im Hinblick auf den Schwerpunkt „Materialien für Intelligente Textilien (smart textiles)“ förderfähig. Für das Themenfeld „Materialien für die Additive Fertigung“ im Kontext des M-era.Net II wird zeitgleich eine weitere Bekanntmachung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Projekte, die sowohl Materialentwicklung-, als auch Prozeßtechnologien adressieren, nehmen die Zuordnung zum Förderprogramm nach dem jeweiligen Themenschwerpunkt vor.

Als „Smart Textiles“ werden Textilien definiert, die über Zusatzfunktionen verfügen. Es werden Projektvorschläge erwartet, die die Bereiche „Faser / Filamente“ und / oder „Textile Halbzeuge“ adressieren. In beiden Fällen soll die Anwendung der F&E-Arbeiten berücksichtigt werden. Hierzu sollten Arbeiten zur Systemintegration Bestandteil des Projektvorschlags sein.

Das Ziel dieser Bekanntmachung ist das Schließen vorhandener Wissenslücken in Bezug auf grundlegende Fragestellungen, Entwicklung, Herstellung, Handhabung und Analytik, die im Zusammenhang mit Materialien für Intelligente Textilien (smart textiles) stehen. Insbesondere können Aspekte aus den Bereichen Modellierung und Simulation berücksichtigt werden. Hierdurch sollen verläßliche Rahmenbedingungen für den schnellen Transfer von Forschungsresultaten aus den Materialwissenschaften und Werkstofftechnologien sowie den Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen in industrielle Anwendungen geschaffen werden.

Die Bekanntmachung richtet sich in Bezug auf die Beteiligung deutscher Partner an innovative, transnationale Forschungsprojekte, die sich mit dem Themenschwerpunkt „Materialien für Smart Textiles“ befassen. Es wird erwartet, dass in den zu fördernden Vorhaben Charakterisierungsmethoden und Verfahren angewendet werden, die dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Die Einbeziehung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in die Projektverbünde ist erwünscht, wobei der Nutzen der vorgeschlagenen Forschungsarbeiten für die KMU dargestellt werden muß.

  1. Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Landes- und Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland verlangt. Bewilligte Vorhaben sind in Deutschland durchzuführen; die Ergebnisse des geförderten Vorhabens dürfen nur in Deutschland oder dem EWR und der Schweiz genutzt werden.

  1. Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens. Die Förderung ist auf einen Zeitraum zwischen 24 und 36 Monaten angelegt.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. In der Regel können diese – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben bis zu 50 % anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können.

Bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben an Hochschulen und Universitätskliniken wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.

Erdwärmeheizungen werden wieder über progres.nrw bezuschusst gefördert

Ab sofort können wieder Anträge im Rahmen der progres.nrw Förderung für Erdwärme gestellt werden. Progres.nrw bündelt die förderpolitischen Aktivitäten zur Energiepolitik in NRW.

Mit dem Programm progres.nrw-Markteinführung fördert die nordrhein-westfälische Landesregierung die breite Markteinführung umweltfreundlicher Energietechniken. Zuschüsse werden für den Einbau erneuerbarer Heizsysteme, Wärmenetze, Energiespeicher und andere Maßnahmen bezahlt. Erdwärmeheizungen werden in Verbindung mit Sonden, Kollektoren und Brunnen gefördert:

Für Neubauten gelten folgende Regelungen:

  • Erdwärmesonden (bis 400 Meter Tiefe): 5 € pro Meter
  • Erdwärmekollektoren: 3,25 € pro Quadratmeter
  • Brunnenbohrungen (bis 400 Meter Tiefe): 1 € pro Liter (Pumpenleistung pro Stunde)
  • Bestand/Altbau
  • Erdwärmesonden (bis 400 Meter Tiefe): 10 € pro Meter
  • Erdwärmekollektoren: 6,5 € pro Quadratmeter
  • Brunnenbohrungen (bis 400 Meter Tiefe): 1 € pro Liter (Pumpenleistung pro Stunde)

Voraussetzungen für die Förderung ist die Auslegung der Anlage nach der VDI-Richtlinie 4640 und die fachgerechte Montage durch einen Fachunternehmer, die Entsprechung mit den wasserwirtschaftlichen Anforderungen des Landes und die Erfüllung der Mindestkriterien für die Jahresarbeitszahl des bundesweiten Marktanreizprogramms.

Anträge können ab sofort bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt werden, die wie bisher das Förderprogramm landesweit umsetzt.

Erweiterung des Eigenkapitals durch Beteiligungen an investiven Maßnahmen

Maßnahmen zur Erweiterung des Eigenkapitals durch Beteiligungen an investiven Maßnahmen ist für die Gewährleistung nachhaltiger konkurrenzfähiger Existenzen möglich. Vorhaben wie Betriebsübernahmen, Eingehen von Kooperationen oder Umstellungen des Betriebsprozesses können dabei berücksichtigt werden. Auch wenn ein Unternehmer eine Zweigstelle eröffnen möchte kann er diese Beteiligung in Anspruch nehmen. Die Beteiligung an investive Maßnahmen wird in dem Fördergebiet Niedersachsen vergeben. Bei der Haftung der Beteiligung handelt es sich in diesem Fall um eine persönliche Haftung, der für den Unternehmenserfolg maßgeblichen Personen.

Die gewährte Beteiligung darf nicht das vorhandene Eigenkapital des Unternehmens übersteigen. Der Mindestförderbetrag beträgt 50.000 Euro, der maximale Fördersatz liegt bei 1,25 Millionen Euro. Die laufende Gebühr für die Beteiligung wird nach der Marktlage festgelegt zusätzlich wird eine einmalige Gebühr bei dem Abschluß erhoben.

Die Laufzeit der in Anspruch genommenen Beteiligung liegt zwischen 5 bis 10 Jahren.

Antragsberechtigt sind Unternehmen und Existenzgründer, die beispielsweise ein Betrieb übernehmen möchten. Als Branchen werden Gartenbau und gewerbliche Wirtschaft unterstützt, dabei darf die Anzahl der Beschäftigten nicht über 249 liegen. Die Beteiligung muß vor dem Vorhabensbeginn beantragt werden, dabei werden Umschuldungen, Sanierungen oder Nachfinanzierungen nicht gefördert.

Wettbewerbsfähigkeit für den Mittelstand durch COSME (Competitiveness of Enterprises and Small and Medium-sized Enterprises)

COSME ist das EU-Programm für die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere für kleine und mittelständige Unternehmen. In der aktuellen Förderperiode von 2014-2020 läuft es mit einem Fördervolumen von 2,3 Mrd. EUR.

Folgende Bereiche werden unterstützt:

  • Erleichterung des Zugangs zu Finanzmitteln
  • Unterstützung der Internationalisierung und des Zugangs zu Märkten
  • Schaffung eines günstigen Umfelds für die Wettbewerbsfähigkeit
  • Förderung einer unternehmerischen Kultur
  • Wichtig ist die durch COSME gewünschte Umsetzung des Small Business Acts (SBA), der den politischen Willen erkennen lassen soll, dass kleine und mittelständische Unternehmungen in der EU eine zentrale Rolle spielen.

1-      Zugang zu Finanzmitteln

Es ist das Ziel für KMUs in ihren unterschiedlichen Lebenszyklen (Gründung, Expansion, Nachfolge-Übertragung) einen besseren Zugang zu Finanzmitteln zu schaffen. Z.B. durch Kreditbürgschaft, Rückbürgschaft und Auflage von Equity- Fonds in der Expansions – und Wachstumsphase.

2-      Zugang zu Märkten

Das Enterprise Europe Network, welches aus 600 Kontaktstellen in mehr als 50 Ländern besteht. Hier sollen die unterschiedlichsten Geschäftspartner gefunden werden. Internetportale „Ihr Europa“ oder „KMU-Internationalisierungsportal“ informiert über Unternehmerwissen im europäischen und außer europäischen Ausland. Es gibt KMU Helpdesks für IPR (Rechte des geistigen Eigentums). Gleichfalls finanziert COSME das Zentrum für industrielle Zusammenarbeit zwischen der EU und Japan. Es informiert über den Zugang zum japanischen Markt.

3-      Bessere Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit

Es werden Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen gefördert, mit denen überflüssiger Verwaltungs- und Regelaufwand abgebaut wird. Zu solchen Maßnahmen gehören z.B. die Bewertung der Auswirkung von EU Rechtsvorschriften auf KMU, die Ausarbeitung intelligenter und wirtschaftfreundlicher Rechtssetzung und die verstärkte Anwendung des Grundsatzes „Vorfahrt für KMU“ bei der Gestaltung der Politik auf nationaler und regionaler Ebene.

Es wird die Entstehung von wettbewerbsfähigen Industrien mit Marktpotential unterstützt.

4-      Förderung unternehmerischer Initiative

Durch zahlreiche Aktivitäten wird die Umsetzung des Aktionsplanes Unternehmertum 2020 unterstützt. Z.B. durch Mobiltätsprogramme, Forschung und neue Pilotprojekte. (Weiterbildung und Unterstützung durch Mentoren). Ein wichtiger Schwerpunkt in diesem Bereich ist auch das digitale Unternehmertum. COSME hilft Unternehmen bei ihrem digitalen Transformationsprozeß.

KMU werden als das Rückgrat der europäischen Wirtschaft angesehen. Vor diesem Hintergrund wurde das Förderprogramm COSME geschaffen – und damit eine Möglichkeit, um die Wettbewerbsfähigkeit von KMU zu stärken. KMU werden bei der Erschließung von EU- und Nicht-EU-Märkten unterstützt. Auch der Zugang zu Finanzmitteln durch Bürgschaften und Risikokapital werden erleichtert.

Eine weitre Neuerung ist der Einsatz digitaler Technologien bei den Berichtspflichten und einheitlicher Vorschriften für den gesamten Forschungs- und Innovationsbereich. Damit soll die Nutzung von EU-Fördermitteln u.a. für KMU weiter vereinfacht werden.

Controlling: Bezahlbar, machbar, unverzichtbar!

Wenig Aufwand, viel Nutzen: Ein fundiertes Controlling ist der Schlüssel zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Viele kleine und mittlere Unternehmen schrecken jedoch vor der Einführung eines Controllingsystems zurück. Dabei überschätzen sie den Aufwand und unterschätzen den Gewinn.

In großen Unternehmen ist Controlling längst zu einem unentbehrlichen Steuerungsinstrument geworden. Schließlich zeigt dieses überaus wichtige Management-Tool mögliche Risiken sowie Schwachstellen betrieblicher Entwicklungen auf. Zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen fürchten zusätzliche bürokratische Belastungen und einen hohen Kostenaufwand. Ein stringentes Controlling ist jedoch kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit. Der zeitliche sowie finanzielle Aufwand sind derart marginal, dass auch kleine Betriebe den Einsatz eines Controllings nicht ablehnen sollten.

Ein stringentes Controlling ist kein Luxus,
sondern eine Notwendigkeit.

Mithilfe spezieller Software und einer qualifizierten Beratung lässt sich diese Aufgabe schnell und unkompliziert bewältigen: Erfahrungsgemäß muss sich der Unternehmer nicht länger als drei bis vier Stunden im Monat mit dem Thema Controlling beschäftigen; für die externe Beratung wird monatlich etwa ein Tageshonorar fällig.

Sinnvoll aufbereitete Zahlen ermöglichen nachvollziehbare Planungen von Umsatz, Ergebnis und Liquidität, helfen dabei, messbare Unternehmensziele zu definieren und geben klare Hinweise auf Chancen oder Risiken. Auf diese Weise werden Umsteuerungsnotwendigkeiten aufgezeigt, nachhaltige Verbesserungsprozesse initiiert und die Profitabilität erhöht.

Komplexe Zahlen interpretieren

Viele kleine und mittelständische Unternehmer, die kein eigenes Controlling haben, überlassen die Zahlenauswertung ihren Steuerberatern. Buchhaltung und eine monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung allein schaffen jedoch noch keinen greifbaren Handlungsrahmen. Der Unternehmer muss das komplexe Zahlenbild selbst interpretieren.

An dieser Stelle setzt das Controlling an: Relevante Kennzahlen aus der Auswertung des Steuerberaters werden mit zuvor definierten Planzahlen abgeglichen. Weicht der Ist- vom Sollzustand ab, besteht die Möglichkeit, frühzeitig den Kurs der Firma zu korrigieren.

Professionelles Controlling stellt die Ergebnisse in Form von Ampelfunktionen dar. Auf den ersten Blick lässt sich erkennen, ob die angestrebten Ziele erreicht wurden. Zudem ist es möglich, Risiken zu kalkulieren: Die Software errechnet,wie sich zum Beispiel ein Ladenumbau, die Einstellungneuer Mitarbeiter, die Anschaffung eines Lkw oder der Bau eines neuen Werksgeländes auf die Liquidität und die Planbilanzen auswirken würden. Diese Transparenz ermöglicht es einem Firmenchef, rechtzeitig zu reagieren, bevor sein  Betrieb in eine Krise schlittert. Controlling ist also auch für kleine und mittelständische Unternehmen unverzichtbar.

Quelle: 2|18 DER Mittelstand | Schwerpunkt

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Internetbasierte Dienstleistungen für komplexe Produkte, Produktionsprozesse und -anlagen – Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ mit einer Zuschußquote von 50%.

  1. Zuwendungszweck

In der Wirtschaft werden zunehmend Produkte, Prozesse und Dienstleistungen miteinander zu intelligenten Dienstleistungen (Smart Services) verknüpft. Dem Internet als vernetzende Infrastruktur kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Sowohl bei den IT-Anbietern als auch bei den IT-Anwendern eröffnen internetbasierte Dienstleistungen für komplexe Produkte, Produktionsprozesse und -anlagen große Wachstumspotentiale. Sie führen z. B. zu Veränderungen des Produktportfolios, zu Betriebsoptimierungen von Anlagen durch neue Wissensplattformen und zur Virtualisierung von IKT-Infrastrukturen. Das BMBF will deutsche Unternehmen dabei unterstützen, die Chancen von Smart Services für die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig zu nutzen.

Smart Services verbreiten sich bereits sehr erfolgreich im Handel, z. B. auf Online-Marktplätzen von technischen Komponenten. Aber auch die traditionellen Geschäftsmodelle der deutschen Leitbranchen, wie Automobil- und Maschinenbau, Chemie, Elektro- und Medizintechnik, Logistik und Energietechnologie verändern sich. Sie werden schon heute durch internetbasierte Dienste unterstützt. In naher Zukunft werden sich die Geschäftsmodelle sowohl von Anbietern als auch Herstellern und Betreibern disruptiv verändern. Durch die konsequente Digitalisierung kann die gesamte Wertschöpfungskette analysiert werden und intelligente Dienstleistungen und Produkte können miteinander vernetzt werden. Es entstehen neue Smart Services.

Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Treiber und Befähiger von neuartigen Dienstleistungen. Big Data-Ansätze ermöglichen bedarfsorientiertere Dienstleistungen und neue digitale Anwendungen. Zunehmend wird der Erfolg von Unternehmen durch die Verknüpfung von Sachgütern mit Dienstleistung zu Leistungsbündeln bestimmt. Hier besteht für Unternehmen Handlungsbedarf, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern. Es muß deshalb eine Kernkompetenz von Unternehmen werden, schon in der Produktentwicklung Dienstleistung und Produktion gemeinsam zu denken und zu entwickeln.

  1. Gegenstand der Forschung & Entwicklung

Komplexe Produkte, Produktionsprozesse und -anlagen zeichnen sich durch eine Vielzahl von kundenindividuellen Komponenten aus, welche durch ihre Internetverbindung interaktionsfähig werden. Komplett vernetzte Systeme entstehen, die zugleich den Kunden systematisch in den Innovationsprozeß einbinden. Darauf aufbauend können internetbasierte Dienstleistungen entwickelt werden, die sowohl den produzierenden Unternehmen als auch den Kunden große Vorteile bringen und der deutschen Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Beispielsweise verbindet das Konzept für das Internet of Things, Services and People (IoTSP-Konzept) das „Internet der Dinge“ (IoT) mit innovativen Dienstleistungen, um die Zusammenarbeit zwischen Maschinen, Menschen und Unternehmen zu verbessern. Mit einem ganzheitlichen Ansatz werden Menschen und Dienstleistungen in die technologische Landschaft der Zukunft integriert. Zu den wichtigsten Triebkräften gehören die höhere Verfügbarkeit von Daten, die Konnektivität zwischen Maschine und Mensch sowie das rasante Wachstum der Rechenleistung. Anwendungsorientierte Lösungen in Form von industriellen Dienstleistungen bieten große Chancen für das Wirtschafts­wachstum deutscher Unternehmen.

In einem Verbundprojekt ist mindestens einer der folgenden Schwerpunkte systematisch und gemeinsam zwischen Unternehmen, Forschungspartnern und gegebenenfalls weiteren relevanten Akteuren zu bearbeiten. Es müssen Partner beteiligt sein, welche die F&E-Ergebnisse nach Beendigung der Projektlaufzeit zur Anwendung bringen wollen und können. Verbünde mit signifikanter Mitwirkung kleiner und mittelständischer Unternehmen werden bevorzugt behandelt.

  1. Dienstleistungsinnovationen für Produktionsprozesse und -anlagen

Als wesentlicher Wettbewerbsfaktor für produzierende Unternehmen stellt die erhöhte und zuverlässige Verfügbarkeit von Produktionsanlagen eine der wichtigsten operativen Zielgrößen dar. Sie beeinflußt direkt die Effizienz der Wertschöpfungsprozesse in der Fabrik der Zukunft. Hierzu zählen bspw. die Steigerung der Ressourcen- und Anlageneffizienz in der Produktion, die Gewährleistung einer hohen Prozeßstabilität und Produktqualität, die Verbesserung von Arbeitssicherheit und Umweltschutz, die Sicherstellung einer kundenbedarfsbezogenen Anlagenverfügbarkeit sowie der Erhalt und die Verbesserung der Produktivität des Anlagevermögens. Hinsichtlich dieser vielfältigen Anforderungen im produzierenden Gewerbe besteht ein hoher Bedarf an ganzheitlichen Managementlösungen mit transparenter Informationsbereitstellung. Produzierende Unternehmen sollen dabei unterstützt werden, wirtschaftliche Effizienz durch stabile und effiziente Produktions- und Produktionsunterstützungsprozesse unter Nutzung intelligenter Systeme zu erreichen. Der Unterstützung der Instandhaltung durch Smart Services, die Daten aus Maschinen und betrieblichen Anwendungssystem verarbeiten und über geeignete Assistenzsysteme kontextsensitiv bereitstellen, kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu.

Gefördert werden folgende F&E-Arbeiten:

  • Konzepte und technologische Ansätze für kooperative und kollaborative VR (Virtual Reality)- und AR (Augmented Reality)-Anwendungen im Serviceumfeld
  • Verbindung von AR-Assistenz mit Informationsvisualisierung und Visual Analytics (z. B. Einbeziehung aktueller Sensordaten und deren Visualisierung in einer AR-Assistenzumgebung zur Unterstützung fundierter Entscheidungen)
  • Durchgängige und skalierbare AR-Assistenz im Maschinen- und Anlagenbau – von der gesamten Anlage (z. B. große Chemieanlage) bis zum Bauteil (z. B. Ventil)
  • Verknüpfung von Assistenz-Systemen mit den Systemen der Produktionsplanung und -steuerung zur Generierung von flexiblen Anleitungen
  1. Integrative Smart Service-Konzepte für wissensintensive Dienstleistungen

Aufgrund der exponentiell zunehmenden Menge an Daten, welche zeitnahe Rückschlüsse auf den Produktionsprozeß erlauben und komplexe Produkte generieren können, werden wissensintensive Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erst möglich und wirtschaftlich nutzbar. Zur effizienten, kundenorientierten Erbringung wissensintensiver Dienstleistungen setzen Dienstleister innovative IuK-Technologien ein. Die konsequente Einbindung von Daten in die Entwicklung sowie die Erbringung neuer Dienstleistungsangebote für komplexe Produkte führt zu neuen Wertschöpfungsstrukturen und diese wiederum zu neuen Geschäftsmodellen.

Auf dem Weg zu einer integrierten Lösung aus Produkten und Dienstleistungen sind tiefgreifende Veränderungsprozesse in allen Unternehmensbereichen zu erwarten. Bereits heute existieren Geschäftsmodelle, die den Mehrwert und die Akzeptanz nutzungsbasierter Leistungen für komplexe Produkte zeigen. Beispielsweise erzielen Hersteller von Flugzeugturbinen einen erheblichen Anteil ihrer Wirtschaftserträge mit Dienstleistungen, indem das Geschäftsmodell verändert wurde. Die Flugzeugturbinen werden nicht nur verkauft, sondern deren Nutzung wird pro genutzte Flugstunde angeboten und verkauft („Power by the hour“-Modell).

Gefördert werden folgende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten:

  • Bündelungen von Produkten mit internetbasierten und physischen Dienstleistungen sowie mit digitalen Ertrags- und Geschäftsmodellen zu Produkt-Services-Systemen (z. B. Performance Contracting, Power-by-the-Hour, Pay-per-X, etc.)
  • Entwicklung und Erprobung von integrierten Smart-Service-Plattformen (z. B. für die Bereitstellung erweiterter Service-Informationen eines Maschinenherstellers)
  • Integration von Software-Services in der Produktentstehungsphase und -nutzung (z. B. Crowd-Services für das Testen und den Support von komplexen Produkten)
  • Entwicklung und Erprobung nutzungs- und kundenorientierter Geschäftsmodelle für komplexe Produkte (z. B. verstärkte Integration der Kundenanforderungen, Angebot von Nutzungsrechten)
  • Zur Sicherstellung der Qualität dieser internetbasierten Dienstleistungen (Smart Services) sind neue Ansätze und Konzepte zu entwickeln und als Bestandteil des Lösungsansatzes vorzusehen (z. B. Service-Excellence-Gedanke nach DIN SPEC 77224). Zu berücksichtigen sind ferner Forschungsstand und -ergebnisse aus den Bereichen Cloud-Technologien, Design Thinking, Service Analytics, Smart Services und Produkt-Service-Systemen (Stand der Technik).

Um eine breite Akzeptanz in Wirtschaft und Gesellschaft für die angestrebten Smart Services zu erzeugen, ist ein expliziter, rechtskonformer und verantwortlicher Umgang mit Prozeß-, Kunden- und Beschäftigtendaten unabdingbar. Datensicherheit und Datenschutz, Persönlichkeits- und Eigentumsrechte müssen gewahrt bleiben. Hierbei sollten Nutzungsdaten, -muster und -routinen so erfaßt und bereitgestellt werden, dass Rahmenbedingungen des Datenschutzes und der Datensicherheit eingehalten werden. Gegebenenfalls sind auch weitere ethische Aspekte in aus­zuarbeitende Konzepte angemessen einzubeziehen.

Im Fokus dieser Bekanntmachung stehen anwendungsnahe und unternehmensgetriebene Dienstleistungsentwicklungen für komplexe Produkte, Produktionsprozesse und -anlagen. Als Projektergebnisse werden Entwicklungsdienst­leistungen, Leitfäden und Einführungsstrategien erwartet, die beispielhaft an konkreten Anwendungsszenarien erprobt werden.

Gefördert werden risikoreiche Verbundprojekte, die ein arbeitsteiliges und interdisziplinäres Zusammenwirken von Unternehmen mit Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen erfordern, wobei eine möglichst hohe Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an den Verbundprojekten erwartet wird.

Die Projekte sollen einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem Stand der Technik aufzeigen. Die Projektergebnisse sollen branchenweit übertragbar sein, obgleich die projektbezogenen Musteranwendungen firmenspezifisch sein dürfen. Die Innovationen sollen einen signifikanten Beitrag zur Standortsicherung leisten und einen breiten volkswirtschaftlichen Nutzen anstreben.

Eine Ergebnisverwertung durch die Unternehmen ist sicherzustellen.

  1. Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und andere Institutionen, die Forschungsbeiträge liefern, sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben – insbesondere KMU – die Zuwendungszweck und Zuwendungsvoraussetzungen erfüllen.

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und / oder Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben bzw. Kosten bewilligt werden.

  1. Zuwendungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Förderung ist grundsätzlich das Zusammenwirken von mehreren unabhängigen Partnern zur Lösung von gemeinsamen Forschungsaufgaben (Verbundprojekte), die den Stand der Technik deutlich übertreffen. In den Vorhaben sollen die zuvor genannten F&E-Aspekte als Schwerpunkte erkennbar sein.

Die Vorhaben sollen unternehmensgetrieben sein und dauerhafte Innovationsprozesse in den Unternehmen anstoßen sowie eine Laufzeit von drei Jahren möglichst nicht überschreiten.

Die Projektvorschläge sollen sich durch Leitbildfunktion und Referenzcharakter insbesondere zur Stärkung mittelständischer Unternehmen auszeichnen. Es werden ausschließlich Verbundprojekte gefördert, an denen Partner mitarbeiten, die die neuen internetbasierten Dienstleistungen in Deutschland entwickeln und ohne weitere Förderung rasch zu einer breiten Anwendung bringen. Es sollen interdisziplinäre Forschungsansätze und ganzheitliche Lösungen unter Einbeziehung der entsprechenden Fachdisziplinen umgesetzt werden. Die Beteiligung von mittelständischen Unternehmen ist dabei für die Erfüllung der Zuwendungsvoraussetzungen von wesentlicher Bedeutung.

Berücksichtigt werden ausschließlich Vorschläge, die eine modellhafte Realisierung der Lösungsansätze in den beteiligten Unternehmen während der Projektlaufzeit und nach Projektende vorsehen, sowie eine Übertragbarkeit / Verwertung der Ergebnisse in weiten Teilen der Unternehmenslandschaft in Deutschland oder dem Europäischen Wirtschaftsraum erwarten lassen. Der Kooperation mit kompetenten Umsetzungsträgern wird dabei große Bedeutung beigemessen. Eine signifikante Breitenwirkung wird insbesondere im Hinblick auf KMU erwartet.

Antragsteller müssen die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen geförderten Verbünden und Initiativen in diesem Bereich zeigen. Es wird erwartet, dass sie im vorwettbewerblichen Bereich und unter Wahrung ihrer Geschäftsgeheimnisse einen unternehmensübergreifenden, intensiven Erfahrungsaustausch aktiv mitgestalten und an öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen des BMBF (z. B. Tagungen des BMBF, Messeauftritte, Innovationsplattformen) mitarbeiten.

  1. Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 % anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Die Zuwendungen werden als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt.

  1. Antragsfrist

In der ersten Verfahrensstufe ist dem Projektträger bis spätestens Freitag, den 27. Juli 2018 vom Einreicher eine zwischen den Partnern abgestimmte Projektskizze in schriftlicher und elektronischer Form in deutscher Sprache vorzulegen.Verspätet eingehende Projektskizzen können nicht mehr berücksichtigt werden.