Mit Fördermitteln die Corona-Krise erfolgreich meistern

Unternehmen, deren Verbände, Organisationen und andere Interessengruppen rufen nach Staatshilfen in der Corona-Krise. Jeder hofft, dass die Bundesregierung, die Länder und auch die EU schnelle und unbürokratische Unterstützungen geben. Die ersten Anzeichen sind sehr positiv. Nun kommt es aber darauf an, die in Aussicht gestellten finanziellen Hilfen intelligent zu nutzen. Erste Hilfen (Finanzierungen und Zuschüsse) wurden, wie bereits von den Förderinstitutionen berichtet, auch schon erfolgreich ausgereicht.

Krisenzeiten sind Förderzeiten

Krisenzeiten sind immer auch Förderzeiten. Das war auch in der Folge der Finanzkrise in den Jahren 2008-2009 der Fall. Viele Unternehmen nutzen die öffentlichen Förderangebote jetzt verstärkter als in normalen Zeiten. Nicht nur, um die entstandenen Liquiditätslücken zu überbrücken; nein zahlreiche Unternehmen überdenken gegenwärtig ihre Geschäftsmodelle, ihre Produkte und Dienstleistungen, ihre Lieferketten und Absatzmärkte, machen Sie Gedanken darüber, wie weit sie mit der Umsetzung der Digitalisierung gekommen sind. Alle diese Maßnahmen konnten bisher und können auch in der Corona-Krise öffentlich gefördert werden. Doch das ist erst der zweite Schritt. Zuerst kommt es zwingend darauf an, die Liquiditätskrise zu meistern, damit sie als Unternehmer überhaupt die Chance bekommen, sich über die Zeit nach der Corona-Krise Gedanken zu machen. Nutzen Sie die Krise als Chance! Dazu unterstützen wir Sie als erfahrene Krisenmanager und Förderberater; und das schon vertrauensvoll seit 10 Jahren! Wir konzentrieren uns auf den Mittelstand und kennen Ihre Sorgen und Nöte auch in wirtschaftlich normalen Zeiten. Deshalb verstehen wir Sie gerade in diesen schwierigen Zeit noch besser!

Achten Sie auf fehlerlose Anträge

In einigen Förderprogrammen wird es kurzfristig mehrere 100.000 Förderanträge geben. Dieser Ansturm trifft auf eine überforderte Verwaltung, da sie personell nicht darauf vorbereitet ist und zudem auch dort zahlreiche Mitarbeiter Corona bedingt zu Hause bleiben müssen. Wenn Sie in dieser Situation zwar schnell einen Antrag stellen, aber nicht alle Unterlagen und Informationen solide zusammengestellt und vorbereitet haben, dann landet Ihr Antrag schnell wieder ganz unten im Antragsstapel oder wird gegebenfalls abgelehnt. Daher gilt es jetzt auch eine Bestandsaufnahme der Bilanzen, der G&V und der Liquidität einschließlich des Jahres 2019 und der laufenden Monate dieses Jahres vorzunehmen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Steuerberater, dass dieser schnellstmöglich den Jahresabschluss 2019 erstellt.

Rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne!

Lesen Sie zu diesem Thema auch meinen veröffentlichten Fachartikel.

Mit einem Förderprogramm die Liquidität in wenigen Tagen sichern!

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer,

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer suchen in diesen Tagen nach Möglichkeiten, wie sie ihre Liquidität schnellstmöglich absichern können. Die KfW-Bank und die Förderbanken der Bundesländer haben die richtigen Förderprogramme in den letzten Tagen auf den Weg gebracht. Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer haben mit diesen Liquiditätskrediten die Möglichkeit, Ihre Liquiditätslücken schnell und unbürokratisch zu schließen. Das gilt für alle Wirtschaftszweige und Branchen und vom Kleinstunternehmen bis zum Konzern.

Nachfolgend finden Sie ein Förderinstrument des Landes NRW. Ein Universalkredit für nahezu alle Bedarfe!

  • Antrag erfolgt zwingend im Hausbankenverfahren
  • Für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. €
  • Kredite für Existenzgründer und Freiberufler
  • Hilfe bei Liquiditätsengpässen
  • Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen
  • Haftungsfreistellung zugunsten der Hausbank – ab sofort temporär für die Dauer der Krise neben der bestehenden 50%igen auch eine 80%ige Risikoübernahme. Der bisher hierfür notwendige Mindestkreditbetrag wird ausgesetzt.
  • Bei Haftungsfreistellungsbeträgen bis 250.000 Euro: Kreditzusage in der Regel innerhalb von 72 Stunden
  • Zur Überbrückung des Liquiditätsbedarfs werden folgende ergänzende
    Laufzeitvarianten eingeführt:

    • endfällige Darlehen mit 2 und 4 Jahren Laufzeit
    • Ratendarlehen mit 3, 4 und 5 Jahren Laufzeit mit der optionalen Möglichkeit von1 oder 2 tilgungsfreien Jahren

Zur Stärkung der Sicherheiten stehen darüber hinaus auch zur Verfügung:

  • Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW bis 2,5 Millionen Euro. Die Bürgschaftsbank ermöglicht eine 72-Stunden-Expressbürgschaft
  • Bürgschaften ab 2,5 Millionen Euro über die PWC für eine Landesbürgschaft
  • Beteiligungskapital für Kleinunternehmen: Der „Mikromezzaninfonds Deutschland“
    • kann ohne Einschaltung der Hausbank und ohne Sicherheiten stille Beteiligungen eingehen (max. 75.000 Euro)
    • richtet sich an kleine Unternehmen, Gründungen und spezielle Zielgruppen (u.a. Unternehmen, die ausbilden, Gründungen aus der Arbeitslosigkeit).

Achtung:
Die Zusage-Entscheidung stellt auf die Kapitaldienstfähigkeit vor Ausbruch
der Krise ab! (Gesamtjahr 2019).

Wir haben ein Faktenblatt erarbeitet, in dem die wesentlichen Förderprogramme kurz und verständlich zusammengefasst sind. Wenn Sie Interesse haben, lassen Sie uns bitte Ihre E-Mail-Adresse zukommen und wir schicken Ihnen die Informationen gerne zu. Selbstverständlich werden wir Ihre E-Mail-Adresse ausschließlich für diesen Zweck verwenden.

Die Wirtschaft leidet – Bund und Länder helfen!

Aufgrund des Corona-Virus und der extrem schnellen Verbreitung in den letzten Tagen und Wochen ist es inzwischen zum bundes-, europa- und sogar zum weltweiten Erliegen der Wirtschaft gekommen. Die Bundesregierung und auch alle Bundeländer haben dazu vereinfachte Regeln zum Erhalt von öffentlichen Fördermitteln auf den Weg gebracht, die über die bekannten Institutionen ab Montag, den 16.03.2020 sukzessive angewendet und umgesetzt werden sollen. Es wird sicherlich einige Tage brauchen, bis alle Feinheiten und Vorgehensweisen im Detail geregelt sind. Wichtig sind aber die positiven Signale, dass der Staat gerade auch den Mittelstand nicht „fallen lässt“ und durch öffentliche Fördermittel dafür sorgt, dass die schlimmsten Folgen zumindest abgefedert oder gar abgewendet werden können.

Der Staat und die Bundesländer sind gewillt, schnell und unbürokratisch gerade kleinst-, klein- und mittelständischen Unternehmen aller Wirtschaftszweige und Branchen Unterstützung in Form von Liquiditätskrediten zur Überbrückung von bereits eingetretenen bzw. sich abzeichnenden Liquiditätslücken zur Verfügung zu stellen. Diese Vorgehensweise hat sich bereits in der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 bis 2009 bewährt. In den Folgejahren bis 2012 hat sich diese zusätzliche Kreditversorgung gerade für den Mittelstand als Anker in der Kreditversorgung erwiesen.

Die Liquiditätskredite, die bei Bedarf mit einer Bürgschaft der Bürgschaftsbanken verbunden werden können, sind dazu geeignet, vorübergehende Liquiditätsengpässe zu bewältigen. Diese Kredite können mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren gewählt werden. Im Falle einer vorzeitigen Krisenbewältigung sind vorzeitige Rückzahlungen der Darlehens möglich. Die Höhe des Liquiditätskredits ist im Regelfall auf max. fünf Millionen Euro begrenzt; ggfs. sind im Einzelfall auch höhere Beträge denkbar.

Gründungs- und Wachstumsfinanzierung

Die Betriebsmittelkredite in der Gründungs-/ und Wachstumsfinanzierung mit einer in der Regel zwei- bis fünfjährigen Laufzeit sind weitere bereits etablierte Förderinstrumente für den kurzfristigen Liquiditätsbedarf. Beide können bei Bedarf mit einer vergünstigten 50-Prozent-Kombi-Bürgschaft ergänzt werden.

Weiterbildungsfinanzierung

Sofern ein Unternehmen seine Mitarbeitenden zur Vermeidung von Kurzarbeit zu Qualifizierungsmaßnahmen angemeldet hat oder zur Anpassung an neue Betriebs-/ oder Digitalisierungsprozesse sowie Weiterbildungs-/ Umschulungsmaßnahmen plant, können entsprechende Vorhaben zinsgünstig über Weiterbildungsfinanzierungen finanziert werden. Auch bei der Finanzierung der Weiterbildungsqualifizierung besteht die Möglichkeit für eine Kombibürgschaft.

Innovationsfinanzierung

Für innovative Vorhaben, Digitalisierungsvorhaben, innovative Geschäftsmodelle und innovative Unternehmen ist das Förderprogramm Innovationsfinanzierung eine attraktive Finanzierungslösung für anstehende Investitionen. In Verbindung mit dem Tilgungszuschuss bietet er ein besonders attraktives Gesamtpaket.

Hausbankenprinzip

Die genannten Förderkredite werden über das sogenannte Hausbankenprinzip vergeben. Das zu fördernde Unternehmen stellt den Antrag auf ein Förderdarlehen nicht bei Förderbanken, sondern direkt bei den Banken oder Sparkassen. Diese kennen das zu fördernde Unternehmen und sind somit in der Lage den Förderantrag kurzfristig zu prüfen und an die Förderbanken weiterzuleiten. Die letztendliche Kreditentscheidung verbleibt jedoch bei den jeweiligen Hausbanken.

Bürgschaften

Wenn eine Hausbank auf Grund fehlender Sicherheiten der Unternehmer nicht in der Lage ist, einem betroffenen Unternehmen einen Liquiditäts- oder Betriebsmittelkredit zur zeitlichen Überbrückung zu gewähren, können Bürgschaftsbanken des Bundes oder der Bundesländer mit bis zu 50 Prozent des Risikos in Anspruch genommen werden.

Wenn Sie noch Fragen haben. Dann scheuen Sie nicht uns anzurufen . Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Neue Chancen für strukturschwache Regionen

Was unternimmt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), um den Wandel in strukturschwachen Regionen voranzutreiben und zu gleichwertigen Lebensverhältnisse in Deutschland beizutragen? Nachfolgender Überblick verschafft Klarheit:

Mit „Chancen.Regionen“ hat das BMBF ein Konzept zur Förderung strukturschwacher Regionen vorgelegt. Es setzt auf Bildung, Forschung und Innovation und verbindet dabei bewährte Fördermaßnahmen mit ganz neuen Instrumenten – allen voran die Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Bausteine des Konzepts.

Strukturschwache Regionen

Etwa 40 Prozent der Bevölkerung Deutschlands leben in strukturschwachen Regionen. Im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) definieren Bund und Länder strukturschwache Regionen durch einheitliche Indikatoren. In den letzten zehn Jahren lag die Wirtschaftskraft dieser Regionen – gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – unverändert bei etwa 80 Prozent des Bundesdurchschnitts.

Forschungs- und Innovationsförderung

Die Forschungs- und Innovationsförderung des BMBF stützt Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den Regionen und sichert durch die strategische und frühzeitige Einbindung von Unternehmen, insbesondere KMU, die wirtschaftliche Verwertung und gesellschaftliche Anwendung der Ergebnisse. Von 2009 bis 2018 flossen rund 45 Prozent der BMBF-Projektfördermittel für Forschung und Entwicklung in die strukturschwachen Regionen.

Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“

Die Innovationsförderung steht im Zentrum des BMBF-Konzepts „Chancen.Regionen“. Bis 2024 plant das BMBF, rund 600 Millionen Euro für mehrere neue Programme bereitzustellen, von denen sichtbare und nachhaltige Impulse in strukturschwachen Regionen ausgehen sollen. „Innovation & Strukturwandel“ setzt an den regional vorhandenen Potenzialen an und ist deshalb bewusst themen- und technologieoffen angelegt. Interdisziplinäre und branchenübergreifende Zusammenarbeit, strategische Anwendungsorientierung und eine offene Innovationskultur stehen dabei im Vordergrund.

„Innovation & Strukturwandel“ baut auf den positiven Erfahrungen mit der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ auf und wird diese langfristig ablösen. Im Rahmen von „Unternehmen Region“ hat das BMBF allein in den letzten zehn Jahren über 1,3 Milliarden Euro in ostdeutsche Innovationsbündnisse investiert.

 Mit „WIR!“ hat das BMBF bereits 2017 ein erstes Pilotprogramm der Programmfamilie gestartet. WIR! fördert die Entstehung neuer, starker Innovationsverbünde. Seit Frühjahr 2019 setzen 20 WIR!-Bündnisse aus Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und gesellschaftlichen Akteure ihre Innovationsstrategien in den unterschiedlichsten Themen- und Technologiefeldern um.

Die erste WIR!-Auswahlrunde war auf Ostdeutschland begrenzt. Bei der zweiten Förderrunde, die noch in diesem Jahr starten wird, können sich Bündnisse aus strukturschwachen Regionen in ganz Deutschland bewerben.

Noch 2019 wird das BMBF das Förderprogramm „RUBIN – Regionale unternehmerische Bündnisse für Innovation“ starten. RUBIN fördert Bündnisse aus vorrangig kleinen und mittleren Unternehmen und wissenschaftlichen Partnern, die eine gemeinsame Innovationsbasis entwickeln. Das Programm unterstützt die Erschließung zukunftsfähiger Anwendungsfelder und trägt zur Sicherung von Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven in strukturschwachen Regionen bei.

Im Rahmen von „Innovation & Strukturwandel“ werden weitere themen- und akteursoffene Förderprogramme folgen, die an unterschiedlichen Phasen des Innovationsprozesses ansetzen.

Fachförderung

Neben der themenoffenen Förderung setzt das BMBF auf die Fachförderung und auf Zukunftsthemen, die für das Erreichen gleichwertiger Lebensverhältnisse von besonderer Bedeutung sind. Die Förderung des BMBF hat dazu beigetragen, dass in verschiedenen Regionen bereits heute national und international sichtbare, exzellente Forschungs- und Innovationsstrukturen entstanden sind, die den Pfad für eine tragfähige wirtschaftliche Entwicklung ebnen. Eine Reihe weiterer Maßnahmen hierzu startet aktuell oder ist in der Planung.

Unter dem Dach von „FONA“ (Forschung für Nachhaltige Entwicklung) adressiert das BMBF mit mehreren Programmen die Entwicklung von Städten, Regionen und Kommunen . So unterstützt zum Beispiel die Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ Kommunen, die als gleichberechtigte Forschungspartner in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft modellhafte, innovative Lösungen für kommunale Aufgaben erarbeiten und in die Praxis überführen. In einer weiteren, für 2020 geplanten Förderrunde sollen bevorzugt Antragsteller aus strukturschwachen Regionen angesprochen werden.

Das BMBF plant die Einrichtung regionaler Kompetenzzentren der Arbeitsforschung, in denen praxistaugliche Lösungen für die Arbeit und Wertschöpfung in einer digitalisierten „Wirtschaft 4.0“ erforscht, entwickelt und erprobt werden. Die Zentren sollen an Hochschulen angesiedelt werden und eng mit den regionalen Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zusammenarbeiten.

Mit der Förderrichtlinie „Zukunft der Arbeit – Mittelstand innovativ und sozial“ fördert das BMBF die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung von neuen Konzepten und Werkzeugen der Arbeitsgestaltung und -organisation, insbesondere durch mittelständische Unternehmen. Die Förderung richtet sich 2019 besonders an Projektpartner aus den sogenannten „Übergangsregionen“ (Ostdeutschland ohne Berlin und ohne die Region Leipzig, plus Regierungsbezirk Lüneburg).

In der Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ wurden bereits Anfang 2019 zwei neue Maßnahmen gestartet. Der Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ fördert Projekte für nachhaltige, innovative lokale Mobilitätskonzepte, die federführend von Kommunen und kommunalen Betrieben durchgeführt werden. Die Fördermaßnahme „MobilitätsZukunftsLabor 2050“ zielt auf forschungsbasierte Impulse für nachhaltige Mobilitätskonzepte der Zukunft – insbesondere durch die Verknüpfung von sozialen und technologischen Innovationen. Die Maßnahmen laufen bundesweit, sind jedoch durch ihre thematische Ausrichtung besonders attraktiv für strukturschwache Regionen.

Die 2019 startende Maßnahme stellt regional fokussierte, interdisziplinäre und partizipative Modellprojekte in den Vordergrund, die das Potenzial haben, die Gesundheits- und Krankenversorgung in strukturschwachen ländlichen Regionen nachhaltig zu verbessern.

Hochschul- und Wissenschaftssystem

Mit insgesamt 50 Universitäten, 107 Fachhochschulen und 135 Einrichtungen der vier großen Forschungsorganisationen tragen Bund und Länder gemeinsam eine dichte Wissenschafts- und Forschungslandschaft in den strukturschwachen Regionen Deutschlands.

Universitäten und Hochschulen

Zu einer Stärkung der Hochschulen – auch und gerade in vielen strukturschwachen Regionen – trägt das BMBF mit unterschiedlichen Instrumenten bei. Dazu zählen unter anderem:

Das Bundesforschungsministerium unterstützt mit dem Förderprogramm „Forschung an Fachhochschulen“ anwendungsorientierte, vornehmlich interdisziplinäre Forschung und Entwicklung und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an Fachhochschulen. Von 2008 bis 2018 haben bundesweit mehr als 130 Fachhochschulen mit über 1.400 Forschungsvorhaben und über 430 Millionen Euro davon profitiert.

Die Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“ nimmt die – neben Forschung und Lehre – dritte Mission „Transfer und Innovation“ in den Blick und richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Universitäten sowie an Fachhochschulen. Die Förderinitiative ist mit bis zu 550 Millionen Euro für zwei Auswahlrunden à fünf Jahre ausgestattet.

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Die Prozesse der Stärkung und Neugründung von Einrichtungen unterstützt das BMBF nachdrücklich in seiner engen Begleitung der Forschungsorganisationen und setzt auf diese Weise auch in strukturschwachen Regionen nachhaltige Impulse.

Allen vier großen Forschungsinstitutionen kommt für die Innovationssysteme in den strukturschwachen Regionen eine wichtige Bedeutung zu. Die Ansiedlung von Einrichtungen der Forschungsorganisationen basiert dabei grundsätzlich auf den jeweiligen inhaltlichen Strategien sowie im Wettbewerb der Regionen nach dem Exzellenz-Prinzip. Über die Anknüpfung an regionale Kompetenzen und die Schaffung guter Rahmenbedingungen entstehen so auch in strukturschwachen Regionen weitere institutionelle Leuchttürme. In Ostdeutschland stehen zur Finanzierung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen überproportionale Mittel aus dem Solidarpakt II zur Verfügung.

Bildung und Weiterbildung

Wohnortnahe Bildungsangebote, attraktive Ausbildungsmöglichkeiten, die Passgenauigkeit von Ausbildungsangeboten und -nachfrage oder der Zugang zu weiterführender Hochschulbildung sind zunehmend wichtige Standortfaktoren und Voraussetzungen für regional gleichwertige Bildungschancen. Deshalb fördert das BMBF konsequent die Verbesserung von Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Bildungsinfrastruktur und Bildungsmanagement

Ein wichtiger Schritt hin zu gleichwertigen Lebensverhältnissen ist die Sicherung und Fortentwicklung der Bildungsinfrastruktur, die das BMBF mit unterschiedlichen Maßnahmen adressiert.

Mit dem „Digitalpakt Schule“ stellt das BMBF den Ländern 5 Milliarden Euro für Investitionen in die digitale Infrastruktur von Schulen zur Verfügung, um bundesweit eine gleichwertige digitale Ausstattung in Schulen zu ermöglichen.

Berufliche Bildung

Mit zahlreichen Programmen unterstützt das BMBF die berufliche Bildung. Aufgrund des gravierenden Fachkräftemangels in vielen strukturschwachen Regionen ist dies vor allem für kleine und mittlere Unternehmen von Bedeutung.

Die bundesweit eingerichteten überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) sind wesentliche Akteure für hochwertige und moderne Qualifizierungsangebote in der Berufsbildung. Dafür investieren das BMBF und das BMWi gemeinsam seit mehr als vier Jahrzehnten in deren Gebäude und Ausstattung sowie seit einigen Jahren auch in die Weiterentwicklung von ÜBS zu Kompetenzzentren und in digitale Ausstattung. Dem stärkeren Unterstützungsbedarf in den strukturschwachen Regionen wird im Rahmen der ÜBS-Förderung bereits seit 1989 über erhöhte Bundeszuschüsse Rechnung getragen.

Mit dem Bundeswettbewerb „Innovationscluster für eine exzellente berufliche Bildung“ fördern wir innovative Ideen für eine attraktive und gleichwertige berufliche Bildung. Für die erste Phase (Konzeptphase) des Wettbewerbs konnten bis Ende April 2019 Projektvorschläge eingereicht werden. Auch für strukturschwache Regionen kann der Wettbewerb einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.

Bildungsforschung

Um Angebote für die heterogenen Bedarfe im Bildungsbereich zu entwickeln, ist eine kontinuierliche Erweiterung und Verbesserung unserer Wissensbasis notwendig. Mit dem „Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung“ werden die Weichen für eine strategische und zielgerichtete Weiterentwicklung der Bildungsforschung gestellt. Ziel ist es, die Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung verstärkt und systematisch in die Anwendungspraxis zu bringen.

Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung

Kooperation auf EU-Ebene

Mit den ESI-Fonds (ESIF) und den EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation (FRP) werden Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit mit jeweils unterschiedlichen Zielrichtungen gefördert. Die Investitions- und Strukturfonds (ESI-Fonds) der Europäischen Union unterstützen Wachstum und Beschäftigung insbesondere in den Regionen mit Entwicklungsrückstand. In der Förderperiode 2014 – 2020 stehen hierfür in Deutschland ca. 17,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Das BMBF ist am Programm des Bundes zur Umsetzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) beteiligt. In fünf Förderprogrammen mit einem ESF-Budget von insgesamt rund 287 Millionen Euro werden Arbeitsmarkt- und Bildungsmaßnahmen unterstützt. Ziel der FRP ist es hingegen, zum Aufbau einer unionsweiten wissens- und innovationsgestützten Gesellschaft und Wirtschaft beizutragen.

Das BMBF unterstützt die strategische Abstimmung zwischen beiden Förderprogrammen durch einen „nationalen Dialog“, der zu einer besseren Verknüpfung der Maßnahmen und zwischen einzelnen Projekten führen soll. Der kohärente Einsatz der Finanzmittel für Forschung und Innovation ist in besonderem Maße für strukturschwächere Regionen von Bedeutung.

Bilaterale internationale Forschungskooperationen

Für viele strukturschwache Regionen sind zudem bilaterale internationale Forschungskooperationen von hoher Bedeutung. Dies gilt insbesondere für Ostdeutschland und seine über viele Jahre gewachsenen, intensiven Beziehungen zu angrenzenden Ländern und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Das schlägt sich z.B. in der überproportionalen Beteiligung ostdeutscher Forschungseinrichtungen an gemeinsamen Förderbekanntmachungen des BMBF mit diesen Ländern nieder. Durch die Förderung bilateraler Projekte und weitere Maßnahmen unterstützen wir den Erhalt und Ausbau dieser wissenschaftlichen Kooperationen.

Experimentraum „REGION.innovativ“

Damit unsere Förderung in den Regionen optimal ineinandergreift, stimmen wir unsere Maßnahmen aus dem Forschungs-, Wissenschafts- und Bildungsbereich miteinander ab. Wir beobachten und analysieren kontinuierlich die Herausforderungen und Handlungsbedarfe in strukturschwachen Regionen und wollen unsere Förderinstrumente durch explorative und experimentelle Vorhaben weiter verbessern. Wichtig ist uns, hierbei offen für Impulse aus den Regionen und für gemeinsame Lernprozesse zu sein. Wir unterstützen daher Bottom-up-Initiativen und Prozesse vor Ort, mit denen neue Ansätze für eine innovationsbasierte, nachhaltige Entwicklung in den Regionen erprobt werden.

50% Zuschuss zur Entwicklung von Mikroelektronik Industrie 4.0

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Verbundforschungsprojekte zur Entwicklung neuer Elektroniksysteme, die signifikant zur Umsetzung des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 beitragen. Damit sollen unter anderem Voraussetzungen geschaffen werden, Künstliche Intelligenz (KI) in die Anwendung zu bringen und den Einsatz autonomer Systeme in der industriellen Produktion zu steigern.

Unternehmen des Maschinenbaus und der Industrieautomatisierung sowie deren Technologiezulieferer und Forschungspartner in Mikroelektronik und Sensorik tragen erheblich zur Wettbewerbsfähigkeit und damit zum Wohlstand Deutschlands bei. Umfassende Digitalisierung von Produktionsprozessen und Betriebsabläufen stehen unter der Perspektive Industrie 4.0 im Fokus industrieller Innovationen. Dabei kommt Aspekten der Automatisierung, der Virtualisierung, der prädiktiven Wartung, der Steigerung der Flexibilität und der autonomen Organisation von Produktionsanlagen, -systemen und -prozessen – unter Berücksichtigung der Echtzeitfähigkeit, Resilienz und funktionalen Sicherheit neuer Lösungen – eine wichtige Rolle zu. Weitere zentrale Felder von Forschung & Entwicklung sind die Bildung von unternehmensübergreifenden Produktionsnetzwerken vor dem Hintergrund des sicheren Umgangs mit Daten, Informationen und Eigentumsrechten sowie die zunehmende Interoperation zwischen Menschen und Maschinen.

Ausgangspunkt der Wandlungsprozesse ist der Einsatz modernster Mikroelektronik und Sensorik, wodurch die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung technisch erst möglich werden. Es bedarf sowohl neuer als auch auf künftige Anforderungen hin entwickelter Elektroniksysteme. Sie bilden die Grundlage für eine neue Generation intelligenter und autonomer Produktionssysteme, indem sie beispielsweise Methoden des Maschinellen Lernens und der KI für industrielle Anwendungen nutzbar machen sowie eine sichere dezentrale Prognosefähigkeit und Kommunikation ermöglichen.

1.    Förderziel

Förderziel ist die Erforschung von elektronischen Komponenten und Systemen zur Realisierung einer intelligenten, flexiblen und vernetzten Produktion (Industrie 4.0). Zuwendungszweck ist die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit in dem Förderziel dienenden Verbundforschungsprojekten von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Förderung soll die Innovationskraft entlang der Wertschöpfungskette der Industrie am Standort Deutschland stärken.

Für Vorhaben im Sinne dieser Förderrichtlinie kommt der engen Zusammenarbeit von Unternehmen, vor allem auch KMU, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie der nachhaltigen Stärkung der Wertschöpfungsketten von der Elektronik hin zu den Systemintegratoren eine besondere Bedeutung zu. Dabei wird den KMU eine wichtige Rolle beim Transfer von Forschungsergebnissen in wirtschaftliche Erfolge zugeschrieben. Die Berücksichtigung von Aspekten der akademischen Ausbildung im Rahmen der Forschungsprojekte wird begrüßt.

2.    Gegenstand der Förderung

Gegenstand der Förderung sind F&E-Aufwendungen im Rahmen industriegetriebener, vorwettbewerblicher Verbundvorhaben zum Thema „Mikroelektronik für Industrie 4.0“. Die Vorhaben müssen über Innovationen im Bereich der Elektroniksysteme mehrere der folgenden Zielstellungen verfolgen:

  • Steigerung der Effizienz, Flexibilität und Individualität in der Produktion und Logistik,
  • Steigerung der Autonomie von Produktionsanlagen,
  • prädiktive Wartung von Produktionsanlagen und verbesserte Überwachung von Industrieprozessen,
  • Steigerung der Energieeffizienz von Sensorsystemen bis hin zur Energieautarkie (Vereinfachung der Infrastruktur durch Wegfall von Verkabelung),
  • Vernetzen von Produktionsanlagen und -prozessen, auch über Unternehmensgrenzen hinaus,
  • durchgängige Digitalisierung der Produktion,
  • Verkürzung der Produktentwicklungszyklen,
  • Etablierung eines Produktlebenszyklus-Managements,
  • Ermöglichen einer sicheren und effizienten Kooperation zwischen Mensch und Maschine.

Um einen signifikanten Beitrag zur Realisierung von Industrie 4.0 zu leisten, sollen die geplanten F&E-Arbeiten zu Elektroniksystemen insbesondere in folgenden Bereichen den Stand der Technik deutlich übertreffen:

  • leistungsfähige und aufeinander abgestimmte Hardware- und Softwarekomponenten zur energieeffizienten Datenerfassung und -verarbeitung,
  • neue Hardware-Konzepte, Schaltungen und Systeme, die auf Methoden der KI bzw. des Maschinelles Lernens hin optimiert sind,
  • dezentrale Datenverarbeitung sowie Maßnahmen zur Datenreduktion und Datenvorverarbeitung für Echtzeit-Prozesssteuerung,
  • Sensordatenfusion,
  • Messverfahren und Sensorkonzepte,
  • Beschleunigung des Systementwurfs durch Einsatz und Entwicklung neuer EDA-Werkzeuge (Electronic Design Automation).

Bei allen Anwendungen kommt den Querschnittsthemen Echtzeitfähigkeit, Zuverlässigkeit, elektromagnetische Verträglichkeit, Robustheit, Resilienz, Vernetzungsfähigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit für den Einsatz im industriellen Umfeld eine wichtige Bedeutung zu. Ebenso sollte die Anpassung an standardisierte und weit verbreitete industrielle digitale Kommunikationsprotokolle angestrebt und das Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 berücksichtigt werden. Folgende weitere Querschnittsthemen sind bei der Planung der Vorhaben zu berücksichtigen:

  • hardwaregestützte Implementierung von Identifikations- und Sicherheitsfunktionalitäten,
  • neue Ansätze zu sogenannten Self-X-Eigenschaften wie Selbstdiagnose, -konfiguration, -optimierung, -reparatur, etc. und insbesondere deren Anforderungen an die Performance von Hardware.
  • Gefördert werden Verbundvorhaben, die sich an konkreten industriellen Anwendungen orientieren und sich durch ein hohes wissenschaftlich-technisches und wirtschaftliches Risiko sowie eine große Breitenwirksamkeit auszeichnen.

3.    Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das BMBF ist bestrebt, den Anteil von KMU sowie Hochschulen für angewandte Wissenschaften in der Forschungsförderung zu erhöhen. Hochschulen, Fachhochschulen und technische Hochschulen sind deshalb besonders aufgefordert, sich an den Verbundvorhaben zu beteiligen. Voraussetzung für die Förderung ist die Zusammenarbeit mehrerer unabhängiger Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Lösung von gemeinsam vereinbarten Forschungsaufgaben (Verbundvorhaben). Die Forschungsaufgaben und -ziele müssen den Stand der Technik deutlich übertreffen und durch ein hohes wissenschaftlich-technisches sowie wirtschaftliches Risiko gekennzeichnet sein. Die Vorhaben müssen die genannten Anforderungen an ihre wissenschaftlich-technische Zielsetzung erfüllen und sollen die Grundlage für weiterführende Innovationsprozesse legen. Die Förderung ist in der Regel auf einen Zeitraum von drei Jahren ausgelegt.

4.    Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung mit bis zu 50% bezuschusst gewährt.

50% Zuschuss zur Weiterentwicklung des Softwaresystems BaSys 4.0

1.    Förderziel

Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur 4. industriellen Revolution. Eine wachsende Dynamik der Märkte, wachsende globale Konkurrenz, steigende Variantenzahlen und die zunehmende Nachfrage nach kundenindividuellen Produkten bis hin zur Losgröße Eins sind die derzeitigen und künftigen ökonomischen Herausforderungen. Damit sich Unternehmen erfolgreich behaupten bzw. positionieren können, sind die möglichst weitreichende Digitalisierung und Vernetzung der Prozesse nicht nur Voraussetzung für Flexibilität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit, sondern eröffnen zusätzlich Potenzial für neue Geschäftsmodelle auf der Basis softwarenaher Dienstleistungen oder Softwareservices. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gelten dabei als Schlüsseltechnologien für Industrie 4.0 und sind gleichermaßen Treiber für die Digitalisierung in Handel, Gewerbe oder Dienstleistungssektor.

Während die Digitalisierung von Geschäftsprozessen in Handel und Wirtschaft in den letzten Jahren bereits weitgehend umgesetzt wurde, konnten in der Vergangenheit bei der Digitalisierung von Produktionsprozessen meist nur Individuallösungen etabliert werden. Es fehlt oft die durchgängige Vernetzung von digitalisierten Geschäfts- und Produktionsprozessen. In der Folge fällt es vielen Unternehmen schwer, sich auf zunehmend variable Produktionsprozesse und heterogene Kommunikationssysteme einzustellen. Die bestehende Vielfalt einer zunehmenden Zahl von digitalisierten Maschinen- und Anlagenkomponenten hat eine Komplexität zur Folge, die unwirtschaftlich ist und die geforderte Flexibilität einschränkt. Damit fehlen entscheidende Voraussetzungen für eine durchgängige Vernetzung von digitalisierten Geschäfts- und Produktionsprozessen, was ein Innovationshemmnis darstellt. Durch innovative technologieoffene und interoperable IT-Lösungen besteht jedoch die Chance, ein hohes Wertschöpfungspotenzial zu realisieren.

Der aktuelle Stand der Technik bei der Nutzung von IKT für Industrie 4.0 zeigt den Bedarf nach einer Unterstützung von Produktionsprozessen durch deren umfassende, interoperable und adaptive Verknüpfung von eingebetteten IT-Systemen miteinander und mit Produktionssteuerungssystemen.

Um dies mit breiter Wirkung über Unternehmensgrenzen hinweg zu erreichen, werden in der Praxis standardisierte bzw. automatisierte und möglichst einfach in etablierte Standards überführbare Datenformate, Kommunikationsprotokolle, Daten-, Prozess- oder Architekturmodelle bzw. -beschreibungen etc. benötigt. Kern der meisten industrienahen IKT-Softwareprojekte ist daher die Harmonisierung von Schnittstellen, um die essenzielle Interoperabilität zwischen Maschinen, Geräten, Automatisierungs- und Softwarekomponenten herstellen zu können. Als Architektur für Industrie 4.0 hat sich RAMI 4.0 etabliert. All dies sind Herausforderungen für die durchgängige flexible Produktion als Kern der meisten Wertschöpfungsketten. Bei deren Realisierung sind vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) jedoch die Umsetzungshürden wegen des damit verbundenen Entwicklungsrisikos und Aufwandes besonders hoch.

Ziel dieser Bekanntmachung ist es, innovative Entwicklungen auf der Grundlage des technologieoffenen und auf RAMI 4.0 aufbauenden Basissystems 4.0 (BaSys 4.0) zu fördern, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette durch die Nutzung intelligenter Daten Mehrwert generieren, nutzbar machen und neue bisher nicht genutzte Potenziale erschließen. Dabei stehen die Entwicklung von generischen Methoden und technischen Lösungen zur Reduzierung von individuellen Lösungen bei der Vernetzung bzw. Kopplung von Produktionssystemen mit Softwaresystemen sowie bei der Daten- und Anwendungsintegration im Vordergrund. Die Förderung in dieser Maßnahme adressiert Projekte, die einerseits auf der konsequenten Anwendung des Standes der Technik von BaSys 4.0 grundsätzlich für die Industrie geeigneter IKT-Technologien, Anwendungen, Komponenten, Softwaresysteme und Standards basieren und andererseits auf der branchenspezifischen Weiterentwicklung der vorgenannten technischen Basis aufsetzen. Besonders für KMU hat dabei die Erschließung des Digitalisierungspotenzials in den KMU und deren softwaretechnisch standardkonforme Ausrichtung eine große Bedeutung, weil dies die Voraussetzung für IKT-basierende unternehmensübergreifende Wertschöpfungsketten ist. Damit wird der Ausbau des Technologie- und Wettbewerbsvorsprungs im Bereich Industrie 4.0 am Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland vorangetrieben.

2.     Gegenstand der Förderung

Gegenstand der Förderung sind anwendungsgetriebene industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben, die Konzepte und Technologien von BaSys 4.02verwenden, einen branchenspezifischen Beitrag zur Weiterentwicklung und Erweiterung von BaSys 4.0-Komponenten liefern und darüber hinaus einen Beitrag zur Ver­breitung der oben genannten Technologie in der industriellen Anwendung leisten.

BaSys 4.0 ist ein plattformunabhängiges modulares Softwaresystem, das dem Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 (Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0), den Konzepten der Verwaltungsschale sowie Kommunikationsstandards wie z. B. OPC-UA (Open Platform Communications Unified Architecture) entspricht und folgende Komponenten enthält:

  • Applikationsumgebung mit beispielhaften typischen Industrie 4.0-Komponenten, die wiederum standardisierte Schnittstellen zu typischen Software-Diensten (Basis-Dienste) aufweisen
  • Typische Basis-Dienste (Middleware-, Echtzeit-, Status-Dienste, lokale Dienste)

Dabei werden als Weiterentwicklung oder Erweiterung die Schaffung von kompatiblen Industrie 4.0-Komponenten betrachtet, die bisher nicht innerhalb der BaSys 4.0-Referenzarchitektur bzw. den Demonstratoren des gleichnamigen Projektes umgesetzt und evaluiert wurden und daher zur Diversifizierung geeignet sind. Ausführungsformen können plattformunabhängige ergänzende Softwarekomponenten, -lösungen oder -dienste sein.

Innerhalb des zuvor genannten technischen Rahmens wird ein breites Themenspektrum adressiert: Gefördert werden die Entwicklung oder Erprobung der oben genannten Technologiebasis sowie deren Weiterentwicklung, die Entwicklung innovativer Systemansätze sowie die Entwicklung darauf basierender digitaler Dienstleistungen.

Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für Industrie 4.0 vorrangig mit folgenden Inhalten:

  • Unternehmensübergreifende Interoperabilität und Adaptivität
  • Integration von produktionsrelevanter Sensorik oder Steuerungen von Maschinen, Anlagen oder Robotik (inklusive Transportrobotik)
  • Nachrüstung älterer Bestandssysteme mit Sensorik/Cyber-Physical Systems und Anbindung an IT-Systeme
  • Ganzheitliche Datennutzung, Anwendungs-, Daten- und Systemintegration
  • Interoperable adaptive Prozessplanung, -optimierung und -steuerung in Verbindung mit typischer Business-Software (ERP, MES, PLM, Planungssysteme usw.)
  • Flexibles automatisiertes Matching/Transformation von Daten- und Prozessmodellen durch Adapter, Konnektoren, Bridges usw.
  • Verlässlichkeit von Industrie 4.0-Systemen (z. B. Softwarequalität und -sicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Aktualisierbarkeit)
  • Schaffung intuitiver Mensch-Maschinen-Interaktions-Mechanismen zur Bedienung und insbesondere Konfiguration und Systemanpassung bei sich ändernden Auftrags- oder Produktionsbedingungen
  • Digitalisierung und Verknüpfung von Geschäfts- und Produktionsprozessen

Die Lösungen können in einem breiten Spektrum von Anwendungsfeldern und Branchen zur Anwendung kommen, etwa: Fahrzeugbau, Maschinenbau und Automatisierung, Montage und Fertigung – insbesondere Kleinserienfertigung, Produktions- und Transportlogistik, IKT-Wirtschaft sowie Softwareservices für digitale Dienstleistungen zu allen vorgenannten Anwendungsfeldern.

3.    Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind Verbünde aus Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen bzw. außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Einbindung von KMU sind ausdrücklich bei der Abtragstellung gewünscht. Darüber hinaus sind nach nationalen Vorgaben mittelständische Unternehmen antragsberechtigt, wenn sie einschließlich verbundener oder Partnerunternehmen zum Zeitpunkt der Antragstellung eine Größe von 1 000 Mitarbeitern und einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro nicht überschreiten.

Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.

4.    Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung mit bis zu 50% bezuschusst gewährt. Die Förderung eines Vorhabens ist in der Regel auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt und ist die Fördersumme von 750 000 Euro nicht zu überschreiten. Der Förderanteil des/der KMU muss 50 % der gesamten Fördersumme in einem Verbundvorhaben betragen.

Zuschuss für Sanierung und Erneuerung von Erdwärmeheizungen

Das Land NRW bezuschusst im Rahmen der GEOTHERMIE-Förderung die Sanierung alter Anlagen und die Erneuerung von Erdwärmeheizungen.

Ab sofort können wieder Anträge im Rahmen der Förderung für Erdwärme gestellt werden. Mit dem Programm Markteinführung fördert die nordrhein-westfälische Landesregierung die breite Markteinführung umweltfreundlicher Energietechniken.

Zuschüsse werden für den Einbau erneuerbarer Heizsysteme, Wärmenetze, Energiespeicher und andere Maßnahmen bezahlt. Erdwärmeheizungen werden in Verbindung mit Sonden, Kollektoren und Brunnen gefördert:

1. Neubauförderung

  • Erdwärmesonden (bis 400 Meter Tiefe): 5 € pro Meter
  • Erdwärmekollektoren: 3,25 € pro Quadratmeter
  • Brunnenbohrungen (bis 400 Meter Tiefe): 1 € pro Liter (Pumpenleistung pro Stunde)

2. Bestand- / Altbauförderung

  • Erdwärmesonden (bis 400 Meter Tiefe): 10 € pro Meter
  • Erdwärmekollektoren: 6,5 € pro Quadratmeter
  • Brunnenbohrungen (bis 400 Meter Tiefe): 1 € pro Liter (Pumpenleistung pro Stunde)

Voraussetzungen für die Förderung ist die Auslegung der Anlage nach der VDI-Richtlinie 4640 und fachgerechte Montage durch einen Fachunternehmer, die Entsprechung mit den wasserwirtschaftlichen Anforderungen des Landes und die Erfüllung der Mindestkriterien für die Jahresarbeitszahl des bundesweiten Marktanreizprogramms (3,8 bei Wohngebäuden, 4,0 bei Nichtwohngebäuden).

Anträge können ab sofort gestellt werden. Das Programm richtet sich primär an private Eigentümerinnen und Eigentümer sowie kleine und mittelständische Unternehmen.

Regionalpartner im Netzwerk „Mittelstand Rhein Ruhr“

Das regionale Netzwerk www.mittelstand-rhein-ruhr.de wird betrieben von der emivo GmbH aus Schwerte. Das Netzwerk ist ein aktiver Business-Club für die Region Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Mönchengladbach und Wuppertal sowie Umgebung. Seit Januar 2019 ist Deilmann Business Consulting neuer Regionalpartner. Seine Schwerpunktthemen liegen in den Bereichen Finanzierungen, Fördermittel und Controlling.

In regelmäßigen Netzwerkabenden finden verschiedene Veranstaltungen durch die Partner zu nachfolgenden Themen statt.

  • Arbeitsrecht
  • Beteiligungskapital
  • Gesundheitsmanagement
  • Büro- und Arbeitswelten
  • Controlling, Kostenmanagement
  • Energiemanagement
  • Erbrecht, Nachfolge
  • Finanzierung, Fördermittel
  • Forderungsmanagement, Wirtschaftsinformationen
  • Fuhrparkmanagement
  • Führung, Coaching
  • Gewerblicher Rechtsschutz
  • Handels-/Gesellschaftsrecht
  • Immobilien
  • IT, Digitalisierung
  • IT-Recht und Datenschutz
  • Mergers & Acquisitions (M&A)
  • Rückschau
  • Online-Marketing
  • Organisation, Reorganisation
  • Personalmanagement
  • PR, Öffentlichkeitsarbeit
  • Steuerberatung
  • Steuerrecht
  • Strategie und Organisation
  • Verkehrsrecht
  • Geldanlage, Vermögensmanagement
  • Versicherungen
  • Versicherungsrecht
  • Vertrieb, Verkauf
  • Vorschau
  • Werbung, Kommunikation
  • Wirtschaftsprüfung