Man spricht von staatlichen Beihilfen, wenn Unternehmen durch staatliche Mittel unterstützt werden und dadurch einen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen am Markt haben.

Diese Unterstützung ist jedoch Einschränkungen unterlegen, da jeglicher staatlicher Eingriff in die freie Marktwirtschaft den Wettbewerb verzerren kann. Diese Wettbewerbsverzerrungen können wiederum Verbraucher und Unternehmen in der EU schaden. Bei echtem Marktversagen kann ein Eingreifen durch den Staat legitim sein. In diesem Fall sind Beihilfen, die in das Unternehmen oder in das Verhalten des Unternehmens eingreifen, in der Regel genehmigungswürdig. Nämlich dann, wenn sie der beste Weg sind, um das Marktversagen zu beheben und Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen, sodaß die Vorteile gegenüber den negativen Auswirkungen am Markt überwiegen.

Staatliche Beihilfen werden immer im Rahmen definierter Vorschriften vergeben, sodaß die Unternehmen nicht übermäßig von diesen Beihilfen abhängig werden können. Anreize für eigenständige Innovationen oder Effizienzsteigerungen neben der Beihilfen bleiben bestehen. Neue Marktspieler werden unterstützt und zu schwache Unternehmen fallen aus dem Markt, davon profitieren auch Verbraucher. Die Vorschriften für staatliche Beihilfen sind so ausgelegt, dass sie gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer bewahren und gleichzeitig Investitionen an den richtigen Stellen ermöglichen, die schließlich einen volkswirtschaftlichen Nutzen schaffen.

Zugegeben: Die Steuerung von staatlichen Beihilfen ist nicht unkompliziert. Sie benötigt Ressourcen, Zeit und damit auch wiederum Geld. Aber der Aufwand hilft wiederum politischen Entscheidungsträgern, politische Beihilfeprogramme mit einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis zu schaffen und negative Folgen zu vermeiden.

Hier kann eine „Begünstigung” unterschiedliche Ausprägungen haben: Direkt Zuschüsse, Darlehen oder Steuervergünstigungen stellen Begünstigungen dar. Es stellt aber ebenfalls eine staatliche Beihilfe dar, wenn man staatliche Vermögenswerte und Leistungen zu einem geringeren Preis im Vergleich zum Marktpreis nutzen kann. Begünstigungen oder Beihilfen sind schließlich Vorteile, die Unternehmen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit nicht zugänglich wären.

Aus anderer Perspektive ist die Bezeichnung „Staatliche Mittel“ ebenfalls weit ausgelegt: Jegliche Maßnahme mit einer Auswirkung auf das Staatsbudget bzw. mit erheblichen Einfluß auf den Staat hat stellt ein staatliches Mittel dar. Darunter fallen z.B. Steuerbefreiungen, Gelder der Lotterie und die EU-Strukturfonds.

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