Zuschüsse für die zivile Sicherheit – Kritische Strukturen und Prozesse in Produktion und Logistik

1. Zuwendungszweck

Die zivile Sicherheit ist eine der prioritären Zukunftsaufgaben für Lebensqualität und Wohlstand in Deutschland. Das Rahmenprogramm der Bundesregierung „Forschung für die zivile Sicherheit“ verfolgt das Ziel, den Schutz der Gesellschaft vor Bedrohungen zu verbessern, die zum Beispiel durch Katastrophen, Terrorismus, Kriminalität und Großschadenslagen ausgelöst werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt den Schutz kritischer Infrastrukturen in den Mittelpunkt der Förderung. Insbesondere soll die Resilienz von Prozessen und Strukturen in Produktion und Logistik gefördert werden, wobei der Fokus auf Bereichen liegt, die im Sinne kritischer Infrastrukturen besonders schützenswert sind. Weitere Förderrichtlinien werden sich unter anderem auf Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie Versorgungsinfrastrukturen konzentrieren.

2. Gegenstand der Förderung

Produktion und Logistik spielen nicht nur bei der Versorgung der Bevölkerung eine zentrale Rolle. Sie sind auch für die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Österreich von elementarer Bedeutung. Die Globalisierung und die zunehmende Digitalisierung haben bereits in den vergangenen Jahren zu dynamischen Entwicklungen geführt, die sich im Zusammenhang mit dem Wandel hin zur Wirtschaft 4.0 noch beschleunigen werden.

Die Realisierung von dezentralen, sich selbst organisierenden und steuernden Produktions- und Logistikprozessen bietet vielfältige Möglichkeiten – von weiteren Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen bis hin zu neuen Produkten und Geschäftsmodellen. Die interdependenten, miteinander vernetzten Prozesse bei den Akteuren sowie entlang der Wertschöpfungsketten führen aber auch zu einer stark steigenden Komplexität. Dabei ist es essentiell, dass auch die bestehenden Lösungen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit und Integrität von Waren und Dienstleistungen kontinuierlich weiter entwickelt werden.

Gegenstand der Förderung sind anwendungsorientierte Forschungsarbeiten zur Erhöhung der Resilienz von besonders schützenswerten Prozessen und Strukturen in Produktion und Logistik, unter anderem im Zusammenhang mit dem Wandel hin zur Wirtschaft 4.0. Im Fokus der vorliegenden Richtlinie stehen dabei insbesondere folgende Aspekte:

v Produktion und Logistik als schützenswerte Infrastruktur: Grundlegende Untersuchungen zur Bedeutung kritischer Produktions- und Logistikbereiche für Industriestandorte in Deutschland sowie zur Versorgung der Bevölkerung mit kritischen Warengruppen (wie zum Beispiel Nahrungsmittel und Medikamente),
v innovative Ansätze zur Modellierung und Analyse komplexer, interdependenter Produktions- und Lieferketten im Hinblick auf kritische Strukturen und Prozesse, Risiken und Vulnerabilitäten sowie zur Gefahrenvorhersage unter Berücksichtigung möglicher Kaskadeneffekte als Grundlage für ein modernes Risikomanagement,
v Methoden zur Analyse des Sicherheitsniveaus und der Zuverlässigkeit von besonders schützenswerten Elementen in Produktions- und Lieferketten sowie zur Bewertung von möglichen Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus und der Zuverlässigkeit unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 (Vernetzungen, Manipulationen, Angriffe),
v Lösungen zur Prävention, zur Erkennung und zur Behebung von Störungen und Schadensfällen – von Sicherheitsstrategien im Zusammenhang mit dem Einsatz von „Internet-of-Things“-Technologien für Industrie 4.0 Produktionsprozesse über die Anwendung von Blockchain-Technologien zur Erhöhung der Zuverlässigkeit und Sicherheit kompletter Produktions- oder Lieferketten bis hin zu Lösungsansätzen zur Sicherung der Informationsverteilung in Produktions- und Logistikprozessen nach Schadensereignissen,
v Anpassungsstrategien für ein robustes Business Continuity Management im Zuge von Wirtschaft 4.0 sowie Ansätze für neue zukunftsfähige Sicherheitsservices, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Systemlösungen im Bereich Produktion und Logistik.
v Bei den Forschungsarbeiten soll grundsätzlich ein ganzheitlicher Ansatz unter Berücksichtigung von Technologie, Organisation und Personal verfolgt werden. In diesem Zusammenhang spielen auch zukunftsorientierte Ansätze zur Aus-, Fort- und Weiterbildung eine wichtige Rolle. Lösungsansätze können den Schwerpunkt auf einzelne Akteure und/oder die komplexe Wertschöpfungskette legen.

3. Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind:

v Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
v Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen
v Behörden und deren Forschungseinrichtungen sowie vergleichbare Institutionen
v Behörden, Kommunen, Betreiber kritischer Infrastrukturen
v Sicherheits- und Rettungskräfte (Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Katastrophenschutz usw.)
v Unternehmen der privaten Sicherheitswirtschaft

4. Art und Umfang, Höhe der Zuwendung

Die Zuwendung erfolgt als nicht rückzahlbare Projektzuschußförderung. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 % anteilfinanziert werden können.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren – HZ – und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 % gefördert werden können.

Bei Forschungsvorhaben an Hochschulen wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.

Deilmann Business Consulting ist langjährig auf die Fördermittelberatung von KMU spezialisiert. Wir haben bereits zahlreiche Projekte mit Finanzierungsförderungen und Zuschüssen erfolgreich begleitet. Durch unsere bundesweit sehr gute Vernetzung mit den Förderinstitutionen und unsere Erfahrung in den Beantragungsprozessen zeichnen wir uns durch eine professionelle Analyse, eine ausgefeilte Konzeption und eine erfolgreiche Antragstellung in der Förderberatung aus.