För­de­rung von For­schungs­vor­ha­ben zur Ver­bes­se­rung der Explo­ra­­ti­ons- und Inte­gra­ti­ons­pha­sen der IKT-For­­schung

Axel Deil­mann
Unter­neh­mens­be­ra­ter

Infor­­ma­­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien (IKT) sind Trei­ber für Inno­va­tio­nen und damit Grund­lage für neue Pro­dukte, Ver­fah­ren und Dienst­leis­tun­gen. Die „Digi­tale Wirt­schaft und Gesell­schaft“ vor­an­zu­brin­gen ist eine der sechs prio­ri­tä­ren Zukunfts­auf­ga­ben der „Neuen Hig­h­­tech-Stra­­te­­gie – Inno­va­tio­nen für Deutsch­land” der Bun­des­re­gie­rung. Mit dem For­schungs­pro­gramm „IKT 2020 – For­schung für Inno­va­tio­nen” setzt die Bun­des­re­gie­rung einen Schwer­punkt ihrer Inno­va­ti­ons­po­li­tik auf Infor­­ma­­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien.

  1. Zuwen­dungs­zweck

Ziel der Bekannt­ma­chung ist es, die tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lungs­li­nien im Gebiet der IKT und deren Anwen­dun­gen durch För­der­vor­ha­ben zu stär­ken. Dabei ste­hen drei The­men im Vor­der­grund der lau­fen­den Ent­wick­lung: IKT in kom­ple­xen Sys­te­men „Embed­ded Sys­tems”, intel­li­gente Ler­nende Sys­teme sowie Inter­net der Dinge und Dienste. Die IKT-För­­de­­rung wird des­halb vor­ran­gig ent­lang der ent­spre­chen­den stra­te­gi­schen For­­schungs- und Ent­wick­lungs­li­nien aus­ge­rich­tet.

Das Inno­va­ti­ons­ge­sche­hen im Bereich IKT zeigt in Deutsch­land die spe­zi­fi­sche Ten­denz, mit IT-Lösun­­­gen häu­fig in der „Kom­fort­zone” einer Markt­ni­sche zu ver­blei­ben, die eng auf ein­zelne Bran­chen und Ent­wick­lungs­part­ner begrenzt ist. Die­ses Ver­hal­ten vie­ler Markt­teil­neh­mer hat auch Rück­wir­kun­gen auf die aka­de­mi­sche For­schung. Sowohl aus Sicht der Wirt­schaft all­ge­mein als auch aus Sicht der IKT wäre es jedoch viel­fach not­wen­dig, par­al­lel bestehende, inkom­pa­ti­ble Insel­lö­sun­gen zu ver­bin­den oder von Anfang an gemein­schaft­lich Quer­schnitts­tech­no­lo­gien zu ent­wi­ckeln und auf diese Weise durch die Koope­ra­tion mit ande­ren Ent­wick­lern und Anwen­dern welt­markt­fä­hige, inter­ope­ra­ble Tech­no­lo­gie­lö­sun­gen oder gemein­schaft­lich nutz­bare Werk­zeuge zu eta­blie­ren. Als ein stra­te­gi­sches Vor­bild kann die gemein­same Erfor­schung und Ent­wick­lung von Sof­t­­ware-Metho­­den und ‑Werk­zeu­gen in der gesam­ten Anwen­dungs­breite von ein­ge­bet­te­ten Sys­te­men genannt wer­den, die bereits erheb­li­che gesamt­wirt­schaft­li­che Poten­tiale ent­fal­tet hat. Der­ar­tige stra­te­gisch aus­ge­rich­tete, koope­ra­tive Ent­wick­lun­gen von Quer­schnitts­tech­no­lo­gien im IKT-Sek­­tor sind für die IKT-Wir­t­­schaft und die Anwen­der von außer­or­dent­lich hoher Bedeu­tung.

Ein zwei­tes Defi­zit im Inno­va­ti­ons­ge­sche­hen des IKT-Sek­­tors ist die Zurück­hal­tung auf Sei­ten der aka­de­mi­schen For­schung gegen­über der lang­fris­tig aus­ge­rich­te­ten Basis­ent­wick­lung für kom­plexe Quer­schnitts­tech­no­lo­gien. Hierin wird eine mit­tel­bare Folge der unter­ent­wi­ckel­ten Koope­ra­tion der Markt­teil­neh­mer sicht­bar, da die aka­de­mi­sche For­schung auf ver­schie­de­nen The­men­fel­dern keine prak­ti­sche Umset­zung und Nut­zung sol­cher Quer­schnitts­tech­no­lo­gien erfährt. Das bereits genannte Bei­spiel für die Soft­ware­ent­wick­lung bei ein­ge­bet­te­ten Sys­te­men unter­streicht, dass pra­xis­re­le­vante kom­plexe und umfas­send nutz­bare Werk­zeuge einer Basis aus der aka­de­mi­schen Vor­lauf­for­schung bedür­fen.

Die För­de­rung in die­ser Maß­nahme ist daher einer­seits auf eine För­der­li­nie zur lang­fris­ti­gen und über­wie­gend rein aka­de­mi­schen Vor­lauf­for­schung grund­sätz­li­cher inno­va­ti­ons­ori­en­tier­ter Fra­ge­stel­lun­gen aus­ge­rich­tet, wel­che in ande­ren, spe­zi­fi­schen För­der­maß­nah­men the­ma­tisch nicht adres­siert wer­den. Mit basis­ori­en­tier­ten Pro­jek­ten soll eine explo­ra­tive Methoden‑, Wer­k­­zeug- und Tech­nik­ent­wick­lung im IT-Sek­­tor unter­stützt wer­den.

Ande­rer­seits ist die För­der­maß­nahme auf die für die IT typi­sche Ent­wick­lung von inte­gra­ti­ven und kon­ver­gen­ten Lösun­gen im Ver­bund von For­schung und Wirt­schaft aus­ge­rich­tet. Sol­che wer­den dann erfor­der­lich, wenn ver­schie­dene erprobte Lösungs­an­sätze im IKT-Sek­­tor, viel­fach auch Insel­lö­sun­gen, zu einer zumeist bran­chen­über­grei­fen­den Basis­tech­no­lo­gie mit Quer­schnitts­cha­rak­ter fort­ent­wi­ckelt wer­den sol­len. Dies ist nur durch Tech­no­lo­gie­al­li­an­zen mit gemein­sa­men Ent­wick­lungs­an­stren­gun­gen im Zusam­men­wir­ken einer gro­ßen Zahl von Betei­lig­ten aus For­schung und Wirt­schaft – poten­ti­el­len Anbie­tern und Anwen­dern – mög­lich. Als Bei­spiele aus der Ver­gan­gen­heit sind die Ent­wick­lun­gen von gemein­sa­men Soft­ware­me­tho­den für die Mehr­zahl von Ein­satz­be­rei­chen von kom­ple­xen Sys­te­men durch ein bran­chen­über­grei­fen­des Kon­sor­tium zu nen­nen. Auch in vie­len ande­ren Anwen­dungs­fel­dern haben sich tech­no­lo­gi­sche Insel­lö­sun­gen als erheb­li­ches Hemm­nis einer Nut­zung erwie­sen. Zweck die­ser För­der­li­nie ist es daher, ent­we­der für sol­che Insel­lö­sun­gen ent­spre­chende Platt­for­men bzw. Inte­gra­ti­ons­lö­sun­gen bereit­zu­stel­len oder durch früh­zei­tige gemein­same Ent­wick­lungs­vor­ha­ben der Her­aus­bil­dung von Insel­lö­sun­gen ent­ge­gen­zu­wir­ken. In die­ser För­der­li­nie kön­nen auch Koor­­di­­nie­­rungs- und Begleit­maß­nah­men berück­sich­tigt wer­den.

Damit adres­siert die För­der­maß­nahme sowohl die initiale Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gien als auch die inte­grie­ren­den Aspekte einer Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung von quer­schnitt­haf­ter Bedeu­tung, bevor diese Pro­dukt­reife erlangt. För­der­kri­te­rien sind in bei­den Berei­chen fach­li­che Exzel­lenz, Inno­va­ti­ons­höhe sowie wirt­schaft­li­ches Poten­tial. Die För­der­maß­nahme ist Teil der Hig­h­­tech-Stra­­te­­gie “Inno­va­tio­nen für Deutsch­land” der Bun­des­re­gie­rung sowie des BMBF-For­­schungs­­­pro­­gramms “IKT 2020 – For­schung für Inno­va­tio­nen”.

  1. Gegen­stand der För­de­rung

Die the­ma­ti­schen Schwer­punkte der För­de­rung sind an den wirt­schaft­li­chen Poten­tia­len und Anwen­dungs­fel­dern bzw. Bran­chen aus­ge­rich­tet, in denen Inno­va­tio­nen in hohem Maße durch IKT getrie­ben sind oder ohne IKT gar nicht mög­lich wären. Ent­spre­chend der Grund­sätze im For­schungs­pro­gramm IKT 2020 ist die För­de­rung nach die­ser För­der­maß­nahme des­halb – neben For­schungs­the­men aus der IKT-Wir­t­­schaft selbst – auf die fol­gen­den Anwen­dungs­fel­der /​​ Bran­chen aus­ge­rich­tet:

  • Auto­mo­bil, Mobi­li­tät
  • Maschi­nen­bau, Auto­ma­ti­sie­rung
  • Gesund­heit, Medi­zin­tech­nik
  • Logis­tik, Dienst­leis­tun­gen
  • Ener­gie, Umwelt

Die Vor­ha­ben sind schwer­punkt­mä­ßig im Bereich der Soft­ware­sys­teme und Wis­sens­tech­no­lo­gien anzu­sie­deln. Vor­ha­ben mit Schwer­punkt in der Mikro­elek­tro­nik oder der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik sind nicht för­der­fä­hig. Da diese För­der­maß­nahme sowohl die initiale Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gien als auch die inte­grie­ren­den Aspekte einer Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung von quer­schnitt­haf­ter Bedeu­tung adres­siert, bei dem eine kon­ver­gente Lösung zur Nut­zung der Anwen­dungs­po­ten­tiale erfor­der­lich ist, wird eine För­de­rung in zwei För­der­li­nien vor­ge­se­hen:

A. Basis­ori­en­tierte Pro­jekte

Cha­rak­te­ris­tisch für den IKT-Sek­­tor sind Basis­tech­no­lo­gien, die Vor­aus­set­zung für nahezu jedes Anwen­dungs­feld sind. Dies betrifft die Algo­rith­men­ent­wick­lung und Soft­ware­me­tho­den ebenso wie Metho­den und Werk­zeuge zu Daten­struk­tu­ren. In die­ser För­der­li­nie wer­den daher Arbei­ten zu der­ar­ti­gen Basis­tech­no­lo­gien geför­dert mit dem Ziel, das Fun­da­ment für Inno­va­tio­nen mit beson­ders hohem Nut­zungs­po­ten­tial zu legen. Bevor­zugt wer­den Vor­ha­ben zur Aus­ar­bei­tung von The­men­ge­bie­ten, die von Sei­ten der Fach­welt oder von Sei­ten der Anwen­dun­gen als beson­ders wich­tig, aber metho­disch unzu­rei­chend abge­deckt benannt wer­den. För­der­pro­jekte hierzu kön­nen aus aka­de­mi­schen Ein­­zel- oder Ver­bund­vor­ha­ben bestehen; in begrün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len sind auch Ver­bünde mit For­schungs­part­nern aus der Wirt­schaft mög­lich. Vor­aus­set­zung für eine För­de­rung ist die Vor­lage einer For­schungs­stra­te­gie – oder sofern mög­lich Road­map – von der Grund­la­gen­for­schung in eine spä­tere Umset­zung.

B. Tech­no­lo­gie­al­li­an­zen

Geför­dert wer­den hier­bei breite Ver­bünde aus Wis­sen­schaft und Wirt­schaft, die zum Ziel haben, in einem Tech­no­lo­gie­feld aus der IKT ent­we­der durch:

a) ver­ti­kal aus­ge­rich­tete, bran­chen­of­fene Ver­bünde Tech­no­lo­gie­in­no­va­tio­nen oder

b) hori­zon­tal aus­ge­rich­tete Ver­bünde bran­chen­über­grei­fende Basis­tech­no­lo­gien

zur Anwen­dungs­reife zu brin­gen. Vor­aus­set­zung für diese Ver­bünde ist, dass sie durch ihre Breite bran­chen­über­grei­fende Metho­den, Werk­zeuge und Lösun­gen erar­bei­ten, die eine inno­va­ti­ons­be­hin­dernde Hete­ro­ge­ni­tät von inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gie durch geeig­nete Maß­nah­men zur Inter­ope­ra­bi­li­tät und Inte­gra­tion ver­schie­dens­ter tech­ni­scher Ansätze auf­lö­sen. Bei einer Stan­dar­di­sie­rung sind nach Mög­lich­keit offene Stan­dards anzu­stre­ben. Sofern der­ar­tige Ver­bünde von einer frü­hen Stufe der For­schung und Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung aus­ge­hen, so ist die Vor­lage einer tech­no­lo­gisch aus­ge­rich­te­ten Road­map erfor­der­lich. Bei die­sen Ver­bün­den ist die Ein­be­zie­hung von unter­schied­li­chen Anwen­dungs­fel­dern bzw. Bran­chen unab­ding­bar. Eine Betei­li­gung von klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men (KMU) an sol­chen Ver­bün­den ist zwin­gend not­wen­dig. Ver­bund­vor­ha­ben soll­ten sich auch mit der Gestal­tung von Rah­men­be­din­gun­gen für die spä­tere Nut­zung der Tech­no­lo­gie aus­ein­an­der­set­zen und dazu gege­be­nen­falls wei­tere stra­te­gi­sche Part­ner, wie bei­spiels­weise Ver­bände und Sozi­al­part­ner, hin­zu­zie­hen. För­der­fä­hig sind abwei­chend davon in die­ser För­der­li­nie auch Koor­­di­­nie­­rungs- und Begleit­maß­nah­men, sofern diese spe­zi­ell dazu die­nen, bei der Rea­li­sie­rung eines Tech­no­lo­gie­fel­des die Zusam­men­ar­beit stra­te­gi­scher Part­ner, wie etwa Ver­bände und Sozi­al­part­ner, im Ver­bund mit Ver­tre­tern aus Wirt­schaft und Wis­sen­schaft gezielt aus­zu­bauen und zu unter­stüt­zen.

  1. Zuwen­dungs­emp­fän­ger

Antrags­be­rech­tigt sind ein­zelne Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen oder Ver­bünde dar­aus zu För­der­li­nie A (Basis­ori­en­tierte Pro­jekte) und breite Ver­bünde aus Wirt­schaft und For­schung zu För­der­li­nie B (Tech­no­lo­gie­al­li­an­zen). For­schungs­ein­rich­tun­gen, die von Bund und /​​ oder Län­dern grund­fi­nan­ziert wer­den, kann neben ihrer insti­tu­tio­nel­len För­de­rung nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen eine Pro­jekt­för­de­rung für ihre zusätz­li­chen pro­jekt­be­ding­ten Aus­ga­ben bezie­hungs­weise Kos­ten bewil­ligt wer­den.

  1. Art und Umfang, Höhe der Zuwen­dung

Die Zuwen­dun­gen kön­nen im Wege der Pro­jekt­för­de­rung als nicht rück­zahl­bare Zuschüsse gewährt wer­den. Die Bei­hil­fein­ten­si­tät darf fol­gende Sätze nicht über­schrei­ten:

a) 100 % der bei­hil­fe­fä­hi­gen Kos­ten bzw. Aus­ga­ben für Grund­la­gen­for­schung

b) 50 % der bei­hil­fe­fä­hi­gen Kos­ten bzw. Aus­ga­ben für indus­tri­elle For­schung

c) 25 % der bei­hil­fe­fä­hi­gen Kos­ten bzw. Aus­ga­ben für expe­ri­men­telle Ent­wick­lung

d) 50 % der bei­hil­fe­fä­hi­gen Kos­ten bzw. Aus­ga­ben für Durch­führ­bar­keits­stu­dien

Die genann­ten Bei­hil­fein­ten­si­tä­ten geben den maxi­ma­len Umfang vor, inner­halb des­sen die Gewäh­rung der nach die­ser För­der­richt­li­nie bestimm­ten För­der­quote für Vor­ha­ben mit wirt­schaft­li­cher Tätig­keit erfolgt. Bemes­sungs­grund­lage für Zuwen­dun­gen an Unter­neh­men der gewerb­li­chen Wirt­schaft und für Vor­ha­ben von For­schungs­ein­rich­tun­gen, die in den Bereich der wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten fal­len, sind die zuwen­dungs­fä­hi­gen pro­jekt­be­zo­ge­nen Kos­ten. In der Regel kön­nen diese – je nach Anwen­dungs­nähe des Vor­ha­bens – bis zu 50 % anteil­fi­nan­ziert wer­den. Nach BMBF-Grun­d­­sä­t­­zen wird eine ange­mes­sene Eigen­be­tei­li­gung – grund­sätz­lich min­des­tens 50 % der ent­ste­hen­den zuwen­dungs­fä­hi­gen Kos­ten – vor­aus­ge­setzt.

Unternehmensberatung aus Essen: Axel Deilmann

Nut­zen Sie unsere bun­des­weit sehr gute Ver­net­zung mit den För­der­insti­tu­tio­nen!

Jetzt ein­fach anfra­gen:

0201 4517400
Mo.-Fr. 08:00–18:00

Menü