Neue Chan­cen für struk­tur­schwa­che Regio­nen

Axel Deil­mann
Unter­neh­mens­be­ra­ter

Was unter­nimmt das Bun­des­mi­nis­te­rium für Bil­dung und For­schung (BMBF), um den Wan­del in struk­tur­schwa­chen Regio­nen vor­an­zu­trei­ben und zu gleich­wer­ti­gen Lebens­ver­hält­nisse in Deutsch­land bei­zu­tra­gen? Nach­fol­gen­der Über­blick ver­schafft Klar­heit:

Mit „Chancen.Regionen“ hat das BMBF ein Kon­zept zur För­de­rung struk­tur­schwa­cher Regio­nen vor­ge­legt. Es setzt auf Bil­dung, For­schung und Inno­va­tion und ver­bin­det dabei bewährte För­der­maß­nah­men mit ganz neuen Instru­men­ten – allen voran die Pro­gramm­fa­mi­lie „Inno­va­tion & Struk­tur­wan­del“. Hier fin­den Sie eine Über­sicht der wich­tigs­ten Bau­steine des Kon­zepts.

Struk­tur­schwa­che Regio­nen

Etwa 40 Pro­zent der Bevöl­ke­rung Deutsch­lands leben in struk­tur­schwa­chen Regio­nen. Im Rah­men der „Gemein­schafts­auf­gabe zur Ver­bes­se­rung der regio­na­len Wirt­schafts­struk­tur“ (GRW) defi­nie­ren Bund und Län­der struk­tur­schwa­che Regio­nen durch ein­heit­li­che Indi­ka­to­ren. In den letz­ten zehn Jah­ren lag die Wirt­schafts­kraft die­ser Regio­nen – gemes­sen am Brut­to­in­lands­pro­dukt pro Kopf – unver­än­dert bei etwa 80 Pro­zent des Bun­des­durch­schnitts.

For­­schungs- und Inno­va­ti­ons­för­de­rung

Die For­­schungs- und Inno­va­ti­ons­för­de­rung des BMBF stützt Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen in den Regio­nen und sichert durch die stra­te­gi­sche und früh­zei­tige Ein­bin­dung von Unter­neh­men, ins­be­son­dere KMU, die wirt­schaft­li­che Ver­wer­tung und gesell­schaft­li­che Anwen­dung der Ergeb­nisse. Von 2009 bis 2018 flos­sen rund 45 Pro­zent der BMBF-Pro­­­jek­t­­för­­der­­mi­t­­tel für For­schung und Ent­wick­lung in die struk­tur­schwa­chen Regio­nen.

Pro­gramm­fa­mi­lie „Inno­va­tion & Struk­tur­wan­del“

Die Inno­va­ti­ons­för­de­rung steht im Zen­trum des BMBF-Kon­­zepts „Chancen.Regionen“. Bis 2024 plant das BMBF, rund 600 Mil­lio­nen Euro für meh­rere neue Pro­gramme bereit­zu­stel­len, von denen sicht­bare und nach­hal­tige Impulse in struk­tur­schwa­chen Regio­nen aus­ge­hen sol­len. „Inno­va­tion & Struk­tur­wan­del“ setzt an den regio­nal vor­han­de­nen Poten­zia­len an und ist des­halb bewusst the­­men- und tech­no­lo­gie­of­fen ange­legt. Inter­dis­zi­pli­näre und bran­chen­über­grei­fende Zusam­men­ar­beit, stra­te­gi­sche Anwen­dungs­ori­en­tie­rung und eine offene Inno­va­ti­ons­kul­tur ste­hen dabei im Vor­der­grund.

Inno­va­tion & Struk­tur­wan­del“ baut auf den posi­ti­ven Erfah­run­gen mit der Inno­va­ti­ons­in­itia­tive „Unter­neh­men Region“ auf und wird diese lang­fris­tig ablö­sen. Im Rah­men von „Unter­neh­men Region“ hat das BMBF allein in den letz­ten zehn Jah­ren über 1,3 Mil­li­ar­den Euro in ost­deut­sche Inno­va­ti­ons­bünd­nisse inves­tiert.

 Mit „WIR!“ hat das BMBF bereits 2017 ein ers­tes Pilot­pro­gramm der Pro­gramm­fa­mi­lie gestar­tet. WIR! för­dert die Ent­ste­hung neuer, star­ker Inno­va­ti­ons­ver­bünde. Seit Früh­jahr 2019 set­zen 20 WIR!-Bünd­nisse aus Unter­neh­men, Hoch­schu­len, For­schungs­ein­rich­tun­gen, Kom­mu­nen und gesell­schaft­li­chen Akteure ihre Inno­va­ti­ons­stra­te­gien in den unter­schied­lichs­ten The­­men- und Tech­no­lo­gie­fel­dern um.

Die erste WIR!-Aus­wahl­runde war auf Ost­deutsch­land begrenzt. Bei der zwei­ten För­der­runde, die noch in die­sem Jahr star­ten wird, kön­nen sich Bünd­nisse aus struk­tur­schwa­chen Regio­nen in ganz Deutsch­land bewer­ben.

Noch 2019 wird das BMBF das För­der­pro­gramm RUBIN – Regio­nale unter­neh­me­ri­sche Bünd­nisse für Inno­va­tion“ star­ten. RUBIN för­dert Bünd­nisse aus vor­ran­gig klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men und wis­sen­schaft­li­chen Part­nern, die eine gemein­same Inno­va­ti­ons­ba­sis ent­wi­ckeln. Das Pro­gramm unter­stützt die Erschlie­ßung zukunfts­fä­hi­ger Anwen­dungs­fel­der und trägt zur Siche­rung von Ein­­kom­­mens- und Beschäf­ti­gungs­per­spek­ti­ven in struk­tur­schwa­chen Regio­nen bei.

Im Rah­men von „Inno­va­tion & Struk­tur­wan­del“ wer­den wei­tere the­­men- und akteursof­fene För­der­pro­gramme fol­gen, die an unter­schied­li­chen Pha­sen des Inno­va­ti­ons­pro­zes­ses anset­zen.

Fach­för­de­rung

Neben der the­men­of­fe­nen För­de­rung setzt das BMBF auf die Fach­för­de­rung und auf Zukunfts­the­men, die für das Errei­chen gleich­wer­ti­ger Lebens­ver­hält­nisse von beson­de­rer Bedeu­tung sind. Die För­de­rung des BMBF hat dazu bei­getra­gen, dass in ver­schie­de­nen Regio­nen bereits heute natio­nal und inter­na­tio­nal sicht­bare, exzel­lente For­­schungs- und Inno­va­ti­ons­struk­tu­ren ent­stan­den sind, die den Pfad für eine trag­fä­hige wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ebnen. Eine Reihe wei­te­rer Maß­nah­men hierzu star­tet aktu­ell oder ist in der Pla­nung.

Unter dem Dach von FONA“ (For­schung für Nach­hal­tige Ent­wick­lung) adres­siert das BMBF mit meh­re­ren Pro­gram­men die Ent­wick­lung von Städ­ten, Regio­nen und Kom­mu­nen . So unter­stützt zum Bei­spiel die För­der­maß­nahme „Kom­mu­nen inno­va­tiv“ Kom­mu­nen, die als gleich­be­rech­tigte For­schungs­part­ner in Zusam­men­ar­beit mit der Wis­sen­schaft modell­hafte, inno­va­tive Lösun­gen für kom­mu­nale Auf­ga­ben erar­bei­ten und in die Pra­xis über­füh­ren. In einer wei­te­ren, für 2020 geplan­ten För­der­runde sol­len bevor­zugt Antrag­stel­ler aus struk­tur­schwa­chen Regio­nen ange­spro­chen wer­den.

Das BMBF plant die Ein­rich­tung regio­na­ler Kom­pe­tenz­zen­tren der Arbeits­for­schung, in denen pra­xis­taug­li­che Lösun­gen für die Arbeit und Wert­schöp­fung in einer digi­ta­li­sier­ten „Wirt­schaft 4.0“ erforscht, ent­wi­ckelt und erprobt wer­den. Die Zen­tren sol­len an Hoch­schu­len ange­sie­delt wer­den und eng mit den regio­na­len Unter­neh­men sowie Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mern zusam­men­ar­bei­ten.

Mit der För­der­richt­li­nie „Zukunft der Arbeit – Mit­tel­stand inno­va­tiv und sozial“ för­dert das BMBF die Erfor­schung, Ent­wick­lung und Umset­zung von neuen Kon­zep­ten und Werk­zeu­gen der Arbeits­ge­stal­tung und ‑orga­ni­sa­tion, ins­be­son­dere durch mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men. Die För­de­rung rich­tet sich 2019 beson­ders an Pro­jekt­part­ner aus den soge­nann­ten „Über­gangs­re­gio­nen“ (Ost­deutsch­land ohne Ber­lin und ohne die Region Leip­zig, plus Regie­rungs­be­zirk Lüne­burg).

In der For­schungs­agenda „Nach­hal­tige urbane Mobi­li­tät“ wur­den bereits Anfang 2019 zwei neue Maß­nah­men gestar­tet. Der Wett­be­werb „Mobi­li­täts­Werk­Stadt 2025“ för­dert Pro­jekte für nach­hal­tige, inno­va­tive lokale Mobi­li­täts­kon­zepte, die feder­füh­rend von Kom­mu­nen und kom­mu­na­len Betrie­ben durch­ge­führt wer­den. Die För­der­maß­nahme „Mobi­li­täts­Zu­kunfts­La­bor 2050“ zielt auf for­schungs­ba­sierte Impulse für nach­hal­tige Mobi­li­täts­kon­zepte der Zukunft – ins­be­son­dere durch die Ver­knüp­fung von sozia­len und tech­no­lo­gi­schen Inno­va­tio­nen. Die Maß­nah­men lau­fen bun­des­weit, sind jedoch durch ihre the­ma­ti­sche Aus­rich­tung beson­ders attrak­tiv für struk­tur­schwa­che Regio­nen.

Die 2019 star­tende Maß­nahme stellt regio­nal fokus­sierte, inter­dis­zi­pli­näre und par­ti­zi­pa­tive Modell­pro­jekte in den Vor­der­grund, die das Poten­zial haben, die Gesun­d­heits- und Kran­ken­ver­sor­gung in struk­tur­schwa­chen länd­li­chen Regio­nen nach­hal­tig zu ver­bes­sern.

Hoch­­­schul- und Wis­sen­schafts­sys­tem

Mit ins­ge­samt 50 Uni­ver­si­tä­ten, 107 Fach­hoch­schu­len und 135 Ein­rich­tun­gen der vier gro­ßen For­schungs­or­ga­ni­sa­tio­nen tra­gen Bund und Län­der gemein­sam eine dichte Wis­­sen­­schafts- und For­schungs­land­schaft in den struk­tur­schwa­chen Regio­nen Deutsch­lands.

Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len

Zu einer Stär­kung der Hoch­schu­len – auch und gerade in vie­len struk­tur­schwa­chen Regio­nen – trägt das BMBF mit unter­schied­li­chen Instru­men­ten bei. Dazu zäh­len unter ande­rem:

Das Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­rium unter­stützt mit dem För­der­pro­gramm „For­schung an Fach­hoch­schu­len” anwen­dungs­ori­en­tierte, vor­nehm­lich inter­dis­zi­pli­näre For­schung und Ent­wick­lung und för­dert den wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs an Fach­hoch­schu­len. Von 2008 bis 2018 haben bun­des­weit mehr als 130 Fach­hoch­schu­len mit über 1.400 For­schungs­vor­ha­ben und über 430 Mil­lio­nen Euro davon pro­fi­tiert.

Die Bund-Län­­der-För­­der­in­itia­­tive „Inno­va­tive Hoch­schule“ nimmt die – neben For­schung und Lehre – dritte Mis­sion „Trans­fer und Inno­va­tion“ in den Blick und rich­tet sich ins­be­son­dere an kleine und mitt­lere Uni­ver­si­tä­ten sowie an Fach­hoch­schu­len. Die För­der­initia­tive ist mit bis zu 550 Mil­lio­nen Euro für zwei Aus­wahl­run­den à fünf Jahre aus­ge­stat­tet.

Außer­uni­ver­si­täre For­schungs­ein­rich­tun­gen

Die Pro­zesse der Stär­kung und Neu­grün­dung von Ein­rich­tun­gen unter­stützt das BMBF nach­drück­lich in sei­ner engen Beglei­tung der For­schungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und setzt auf diese Weise auch in struk­tur­schwa­chen Regio­nen nach­hal­tige Impulse.

Allen vier gro­ßen For­schungs­in­sti­tu­tio­nen kommt für die Inno­va­ti­ons­sys­teme in den struk­tur­schwa­chen Regio­nen eine wich­tige Bedeu­tung zu. Die Ansied­lung von Ein­rich­tun­gen der For­schungs­or­ga­ni­sa­tio­nen basiert dabei grund­sätz­lich auf den jewei­li­gen inhalt­li­chen Stra­te­gien sowie im Wett­be­werb der Regio­nen nach dem Exzel­­lenz-Prin­­zip. Über die Anknüp­fung an regio­nale Kom­pe­ten­zen und die Schaf­fung guter Rah­men­be­din­gun­gen ent­ste­hen so auch in struk­tur­schwa­chen Regio­nen wei­tere insti­tu­tio­nelle Leucht­türme. In Ost­deutsch­land ste­hen zur Finan­zie­rung der außer­uni­ver­si­tä­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen über­pro­por­tio­nale Mit­tel aus dem Soli­dar­pakt II zur Ver­fü­gung.

Bil­dung und Wei­ter­bil­dung

Wohn­ort­nahe Bil­dungs­an­ge­bote, attrak­tive Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten, die Pass­ge­nau­ig­keit von Aus­bil­dungs­an­ge­bo­ten und ‑nach­frage oder der Zugang zu wei­ter­füh­ren­der Hoch­schul­bil­dung sind zuneh­mend wich­tige Stand­ort­fak­to­ren und Vor­aus­set­zun­gen für regio­nal gleich­wer­tige Bil­dungs­chan­cen. Des­halb för­dert das BMBF kon­se­quent die Ver­bes­se­rung von Bil­­dungs- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten.

Bil­dungs­in­fra­struk­tur und Bil­dungs­ma­nage­ment

Ein wich­ti­ger Schritt hin zu gleich­wer­ti­gen Lebens­ver­hält­nis­sen ist die Siche­rung und Fort­ent­wick­lung der Bil­dungs­in­fra­struk­tur, die das BMBF mit unter­schied­li­chen Maß­nah­men adres­siert.

Mit dem „Digi­tal­pakt Schule“ stellt das BMBF den Län­dern 5 Mil­li­ar­den Euro für Inves­ti­tio­nen in die digi­tale Infra­struk­tur von Schu­len zur Ver­fü­gung, um bun­des­weit eine gleich­wer­tige digi­tale Aus­stat­tung in Schu­len zu ermög­li­chen.

Beruf­li­che Bil­dung

Mit zahl­rei­chen Pro­gram­men unter­stützt das BMBF die beruf­li­che Bil­dung. Auf­grund des gra­vie­ren­den Fach­kräf­te­man­gels in vie­len struk­tur­schwa­chen Regio­nen ist dies vor allem für kleine und mitt­lere Unter­neh­men von Bedeu­tung.

Die bun­des­weit ein­ge­rich­te­ten über­be­trieb­li­chen Berufs­bil­dungs­stät­ten (ÜBS) sind wesent­li­che Akteure für hoch­wer­tige und moderne Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bote in der Berufs­bil­dung. Dafür inves­tie­ren das BMBF und das BMWi gemein­sam seit mehr als vier Jahr­zehn­ten in deren Gebäude und Aus­stat­tung sowie seit eini­gen Jah­ren auch in die Wei­ter­ent­wick­lung von ÜBS zu Kom­pe­tenz­zen­tren und in digi­tale Aus­stat­tung. Dem stär­ke­ren Unter­stüt­zungs­be­darf in den struk­tur­schwa­chen Regio­nen wird im Rah­men der ÜBS-För­­de­­rung bereits seit 1989 über erhöhte Bun­des­zu­schüsse Rech­nung getra­gen.

Mit dem Bun­des­wett­be­werb „Inno­va­ti­ons­clus­ter für eine exzel­lente beruf­li­che Bil­dung“ för­dern wir inno­va­tive Ideen für eine attrak­tive und gleich­wer­tige beruf­li­che Bil­dung. Für die erste Phase (Kon­zept­phase) des Wett­be­werbs konn­ten bis Ende April 2019 Pro­jekt­vor­schläge ein­ge­reicht wer­den. Auch für struk­tur­schwa­che Regio­nen kann der Wett­be­werb einen Bei­trag zur Fach­kräf­te­si­che­rung leis­ten.

Bil­dungs­for­schung

Um Ange­bote für die hete­ro­ge­nen Bedarfe im Bil­dungs­be­reich zu ent­wi­ckeln, ist eine kon­ti­nu­ier­li­che Erwei­te­rung und Ver­bes­se­rung unse­rer Wis­sens­ba­sis not­wen­dig. Mit dem „Rah­men­pro­gramm empi­ri­sche Bil­dungs­for­schung“ wer­den die Wei­chen für eine stra­te­gi­sche und ziel­ge­rich­tete Wei­ter­ent­wick­lung der Bil­dungs­for­schung gestellt. Ziel ist es, die Ergeb­nisse aus Wis­sen­schaft und For­schung ver­stärkt und sys­te­ma­tisch in die Anwen­dungs­pra­xis zu brin­gen.

Inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit in Bil­dung und For­schung

Koope­ra­tion auf EU-Ebene

Mit den ESI-Fonds (ESIF) und den EU-Rah­­men­­pro­­gram­­­men für For­schung und Inno­va­tion (FRP) wer­den Exzel­lenz und Wett­be­werbs­fä­hig­keit mit jeweils unter­schied­li­chen Ziel­rich­tun­gen geför­dert. Die Inves­­ti­­ti­ons- und Struk­tur­fonds (ESI-Fonds) der Euro­päi­schen Union unter­stüt­zen Wachs­tum und Beschäf­ti­gung ins­be­son­dere in den Regio­nen mit Ent­wick­lungs­rück­stand. In der För­der­pe­ri­ode 2014 – 2020 ste­hen hier­für in Deutsch­land ca. 17,4 Mil­li­ar­den Euro zur Ver­fü­gung. Das BMBF ist am Pro­gramm des Bun­des zur Umset­zung des Euro­päi­schen Sozi­al­fonds (ESF) betei­ligt. In fünf För­der­pro­gram­men mit einem ESF-Bud­­get von ins­ge­samt rund 287 Mil­lio­nen Euro wer­den Arbeits­­markt- und Bil­dungs­maß­nah­men unter­stützt. Ziel der FRP ist es hin­ge­gen, zum Auf­bau einer uni­ons­wei­ten wis­­sens- und inno­va­ti­ons­ge­stütz­ten Gesell­schaft und Wirt­schaft bei­zu­tra­gen.

Das BMBF unter­stützt die stra­te­gi­sche Abstim­mung zwi­schen bei­den För­der­pro­gram­men durch einen „natio­na­len Dia­log“, der zu einer bes­se­ren Ver­knüp­fung der Maß­nah­men und zwi­schen ein­zel­nen Pro­jek­ten füh­ren soll. Der kohä­rente Ein­satz der Finanz­mit­tel für For­schung und Inno­va­tion ist in beson­de­rem Maße für struk­tur­schwä­chere Regio­nen von Bedeu­tung.

Bila­te­rale inter­na­tio­nale For­schungs­ko­ope­ra­tio­nen

Für viele struk­tur­schwa­che Regio­nen sind zudem bila­te­rale inter­na­tio­nale For­schungs­ko­ope­ra­tio­nen von hoher Bedeu­tung. Dies gilt ins­be­son­dere für Ost­deutsch­land und seine über viele Jahre gewach­se­nen, inten­si­ven Bezie­hun­gen zu angren­zen­den Län­dern und den Nach­fol­ge­staa­ten der Sowjet­union. Das schlägt sich z.B. in der über­pro­por­tio­na­len Betei­li­gung ost­deut­scher For­schungs­ein­rich­tun­gen an gemein­sa­men För­der­be­kannt­ma­chun­gen des BMBF mit die­sen Län­dern nie­der. Durch die För­de­rung bila­te­ra­ler Pro­jekte und wei­tere Maß­nah­men unter­stüt­zen wir den Erhalt und Aus­bau die­ser wis­sen­schaft­li­chen Koope­ra­tio­nen.

Expe­ri­men­traum „REGION.inno­va­tiv“

Damit unsere För­de­rung in den Regio­nen opti­mal inein­an­der­greift, stim­men wir unsere Maß­nah­men aus dem Forschungs‑, Wis­­sen­­schafts- und Bil­dungs­be­reich mit­ein­an­der ab. Wir beob­ach­ten und ana­ly­sie­ren kon­ti­nu­ier­lich die Her­aus­for­de­run­gen und Hand­lungs­be­darfe in struk­tur­schwa­chen Regio­nen und wol­len unsere För­der­instru­mente durch explo­ra­tive und expe­ri­men­telle Vor­ha­ben wei­ter ver­bes­sern. Wich­tig ist uns, hier­bei offen für Impulse aus den Regio­nen und für gemein­same Lern­pro­zesse zu sein. Wir unter­stüt­zen daher Bot­­tom-up-Initia­­ti­­ven und Pro­zesse vor Ort, mit denen neue Ansätze für eine inno­va­ti­ons­ba­sierte, nach­hal­tige Ent­wick­lung in den Regio­nen erprobt wer­den.

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